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Fortsetzung Dienstag, der 31. August 2021
 
Präsident Joe Biden bezeichnete den Einsatz am Montag in einer Stellungnahme als beispiellos in „Mut, Professionalität und Entschlossenheit“. Biden bekräftigte seine Entscheidung zum Abzug ein weiteres Mal, indem er schrieb, dies sei der beste Weg gewesen, das Leben der eigenen Soldaten zu schützen. Am Dienstag will er wieder eine Rede dazu halten.
Damit endet der zwanzig Jahre dauernde Krieg in Afghanistan, den George W. Bush nach dem Terror vom 11. September 2001 begann, um Osama bin Laden, die Terrororganisation Al Qaida und die sie deckenden Taliban zu bekämpfen. In den Kriegsgebieten kamen laut der Brown Universität in den vergangenen zwei Jahrzehnten 241.000 Menschen ums Leben, davon waren 71.000 afghanische und pakistanische Zivilisten. Mehr als 2300 amerikanische Militärangehörige starben in Afghanistan.
Der Krieg kostete die Amerikaner insgesamt zwei Billionen Dollar. Sie versorgten das afghanische Militär mit Waffen im Wert von 83 Milliarden Dollar – die Rüstungsindustrie profitierte davon, doch eine stabile Führung ließ sich nicht aufbauen. Der Geheimdienst CIA rüstete auch verschiedene Milizengruppen auf, die Islamisten bekämpfen sollten.
In den 24 Stunden bis zum Montagmorgen flogen 26 C-17-Militärflugzeuge noch einmal 1200 Menschen aus. Die letzten Amerikaner, die Kabul verließen, waren Botschaftsvertreter Ross Wilson und General Christopher Donahue, Kommandeur der 82. Luftlandedivision. An Bord der letzten fünf US-Flugzeuge waren außer ihnen keine amerikanischen Staatsbürger mehr. Donahue war damit der letzte der insgesamt mehr als 775.000 Soldaten, die die Amerikaner im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre nach Afghanistan geschickt hatten.
... Die Taliban feierten den Abzug der Soldaten mit Schüssen in die Luft ...  Ende Längeres Zitat 
 Censeo → 
1. Wenn wir uns fragen, was den Kampf der Taliban gegen die USA erklärt, dann kommen als Motive in Frage:
a) Die USA sind - unabhängig von ihrer Kultur bzw. Ideologie - ein fremder Eindringling in das Territorium der afghanischen Nation.
b) Die USA sind Repräsentant der fremden christlich-abendländischen Kultur bzw. Ideologie.
c) Die USA sind eine zwar eigentlich christlich-abendländische aber verjudete Kultur bzw. Ideologie.
d) Die USA sind Schutzmacht und militärischer Handlanger des Judentums in der Welt und insbesondere in Vorder- und Mittelasien.
Wenn wir annehmen, daß es eine Mischung aus allen diesen Motiven ist, machen wir wahrscheinlich nichts falsch.
Wenn wir nach dem Hauptmotiv fragen, würde mich nicht wundern, wenn es c) und d) ist.
Seine besondere Energie, Zähigkeit und Unnachgiebigkeit dürfte der Kampf der Taliban gegen die USA aus dem Juden-Faktor schöpfen.
Zwar ist auch den Taliban die eigentliche Größe, Bedeutung und kulturelle bzw. ideologische Legitimität der USA als Weltmacht klar.
Aber was sie nicht verwinden können, ist die Tatsache, daß sie es bei den USA mit einem Feind zu tun haben, der
a) zu Hause in Amerika seine eigene Identität als christlich-abendländische Nation gegenüber dem Juden verleugnet,
b) in ihrer Heimat Afghanistan mit Waffengewalt das Geschäft des Juden bzw. Israels besorgt.
Ein solcher Feind wird vom Taliban als würdelos angesehen, und es würde vom Taliban als würdelos angesehen, sich einem solchen Feind zu ergeben.
Die kulturelle bzw. ideologische Klärung des Verhältnisses zwischen dem Westen und dem Juden würde breiten Spielraum für eine Verständigung zwischen dem Westen einerseits und den Taliban, Afghanistan und überhaupt dem Islam andererseits eröffnen.
Solange diese Klärung nicht erfolgt, dürfte ein Frieden zwischen dem Westen und dem Islam - innerhalb und außerhalb des Westens - eine vergebliche Hoffnung bleiben.
 
2. Kennen Sie den?
Sagt Tünnes: Was soll eijentlich das Jeschrei über die westliche Hilfe für Afjanistan? Ich hör immer Niederlaje, Desaster, Versajen, Katastrophe, Chaos, Schande, Scheitern, Verrat, Ejoismus, Fiasko, Doppelmoral, Schmach - also ich finde die Medien sind unjerecht.
Sagt Schäl: Unjerecht?
Sagt Tünnes: Wir waren uns doch alle einig, daß wir mehr tun müssen für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens. Jetzt dürfen wir uns auch nicht beklajen, wenn der Westen ernstmacht.
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Dienstag, der 21. September 2021
 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Patrick Bahners mit der Überschrift "Hannah Arendt und Israel / Falsche Alternativen" (Donnerstag, 22. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Philosophin Susan Neiman, Direktorin des Einstein-Forums in Potsdam, ist eine der Protagonistinnen der Initiative Art. 5 GG Weltoffenheit, die gegen den BDS-Beschluss des Bundestags gerichtet ist. In einem Artikel in der Berliner Zeitung hat sie jetzt ihre Beschwerde erneuert, dass man sich in der deutschen Öffentlichkeit keine Vorstellung davon mache, wie breit das Spektrum jüdischer Meinungen zum Staat Israel sei, in der Diaspora wie in Israel selbst. Anlass des Artikels ist der Besuch des deutschen Bundespräsidenten in Israel. Neiman lobt Frank-Walter Steinmeier dafür, dass er dort auch mit drei Intellektuellen sprach, die Kritik an der israelischen Regierungspolitik mehr oder weniger eindeutig zu Zweifeln an der zionistischen Staatsräson zuspitzen: David Grossman, Eva Illouz und Omri Boehm.
Wie bei früheren Gelegenheiten beschwört Neiman als Repräsentantin einer heute in Deutschland angeblich von Diskriminierung bedrohten israelkritischen Denkungsart die 1975 verstorbene Hannah Arendt. „In ihrem großen, umstrittenen Werk ,Eichmann in Jerusalem‘ warf Hannah Arendt dem Gericht einen schwerwiegenden Fehler vor. Statt Eichmann wegen ,Verbrechen gegen das jüdische Volk‘ anzuklagen, hätte die Anklage ,Verbrechen gegen die Menschheit‘ lauten sollen.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Ruben Gerczikow mit der Überschrift "MAASSEN / Hält die Brandmauer der CDU gegen rechts?" (Donnerstag, 22. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Im jüngsten Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt beschwor die CDU immer wieder die „Brandmauer gegen Rechts“. Wie einsturzgefährdet diese „Brandmauer“ tatsächlich ist, zeigt ein Blick in den Bundestagswahlkreis 196. Anfang Mai begann eine Diskussion rund um Hans-Georg Maaßen, der in jenem Wahlkreis in Thüringen für die CDU antritt. Auslöser war eine Diskussion bei Anne Will zwischen der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Aktivitäten Maaßens in den sozialen Medien.
Seit diesem Auftritt ist es nahezu unmöglich, nicht wahrzunehmen, dass es eine Verbindung von Maaßen und Antisemitismus gibt. Er selbst verweist ausweichend auf seine enge Beziehung zum Staat Israel. Auch die Neue Rechte, AfD oder Pegida, bedienen sich eines instrumentellen Verhältnisses zum jüdischen Staat. Sie sehen Juden als europäisch, pro-israelisch, anti-muslimisch und instrumentalisieren damit jüdische Lebensrealitäten.
Das Verhältnis zu Israel dient der eigenen Strategie: der Immunisierung gegen Kritik an ihrem Antisemitismus. Denn in der postnazistischen Gesellschaft ist offener Antisemitismus seit der Shoa weitgehend tabuisiert. Deshalb erleben wir es häufig, wie dieser chiffriert und in Form von Umwegkommunikation geäußert wird. Entsprechende Narrative können Wörter wie kosmopolitisch, globalistisch, internationalistisch oder heimatlos nutzen, die auf alten antijüdischen Stereotypen aufbauen, ohne explizit Juden zu nennen.
Diese Chiffren transportieren Bilder vermeintlich „jüdischer Macht“ ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Sven Felix Kellerhoff mit der Überschrift "Für Goebbels ein Geschenk / Wie der irre «Kaufman-Plan» Deutschland vernichten wollte" (Freitag, 23. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Hetzer konnte sein Glück über die Steilvorlage kaum fassen. „In den Vereinigten Staaten erscheint augenblicklich ein Buch des Juden Kaufman, in dem unter dem Titel: ,Deutschland muss vernichtet werden!’ uns klar prophezeit ist, was uns droht, wenn wir einmal die Haltung verlören und damit den Sieg preisgäben“, diktierte Joseph Goebbels in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 1941 seinem Sekretär.
Noch hatte der Propagandaminister die Broschüre nicht selbst gelesen. Trotzdem ließ er festhalten: „Es wird dort im Ernst der Vorschlag gemacht, die ganze deutsche Bevölkerung auszurotten bzw. zu sterilisieren. So dumm und so absurd dies Projekt ist, es zeigt doch, in welcher Geistesverfassung sich unsere Gegner befinden.“
Für wie groß er das politische Potenzial hielt, wurde im nächsten seiner täglichen Diktate klar: „Mittags fliege ich nach Salzburg. Unterwegs habe ich Gelegenheit, das Buch des Juden Nathan Kaufmann aus den USA: ,Deutschland muss sterben!’ im Original durchzulesen. Es ist so aufreizend in seinen Hypothesen wie in den daraus gezogenen Schlüssen, dass einem direkt die Zornesröte ins Gesicht steigt.“
Durchaus treffend stellte Goebbels fest, der Autor habe „der Feindseite damit einen wahren Bärendienst geleistet“. Darin immerhin war sich der Nationalsozialist, nach Hitler einer der drei einflussreichsten Männer im Dritten Reich, einig mit Howard K. Smith, einem jungen US-Journalisten, der 1941 als Korrespondent aus Berlin berichtete: „Niemals hat jemand der Sache, für die sein Volk gekämpft und gelitten hat, einen derart gewissenlos schlechten Dienst erwiesen wie Nathan Kaufmann. Seine verblasene Broschüre lieferte den Nazis eines ihrer besten Propagandageschütze.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Theresa Weiß mit der Überschrift "Frankfurter Gesicht / Doron Kiesel und seine zwei Heimaten" (Samstag, 24. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Doron Kiesel fühlt sich sowohl der deutschen als auch der israelischen Gesellschaft sehr verbunden. Sein Herzensthema ist die Migration und Integration. Dafür setzt er sich als Teil des Zentralrats der Juden ein.
Eigentlich wollte Doron Kiesel sein Leben nicht in Frankfurt verbringen. Er sehnte sich nach der Familie, nach dem mediterranen Flair in der alten Heimat. Am Tag nach seinem Abitur am Ziehengymnasium in Eschersheim packte er seine Sachen und reiste wieder nach Israel.
Dass der Professor für Erziehungswissenschaften es sich noch einmal anders überlegt hat, ist ein Glück: Seit vielen Jahren leitet er als Wissenschaftlicher Direktor die Bildungsarbeit des Zentralrats der Juden. Er lehrte an der Universität Erfurt, leitete viele Projekte. Jetzt baut er mit Sabena Donath die Jüdische Akademie auf, deren Leitung sich die beiden teilen werden. Im Herbst soll der Spatenstich erfolgen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "stuttgarter-zeitung.de"-Artikel von Rainer Pörtner mit der Überschrift "Antisemitismus / «Juden müssen sich immer noch verstecken»" (Samstag, 24. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sandra Simovich, israelische Generalkonsulin, beklagt den starken Antisemitismus in Deutschland. Sie fordert, dass Menschen in Deutschland besser vor Hassparolen, judenfeindlicher Hetze und verbalen Drohungen geschützt werden sollten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Herfried Münkler mit der Überschrift "Geschlechterverhältnisse / Mächtige Männer und gedemütigte Frauen" (Samstag, 24. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Von König David bis zu Harvey Weinstein: Das Motiv von Beute und Besitz begegnet einem oft in der Politik und der Geschichte des politischen Denkens ...
Dass mächtige Männer sich nehmen, was sie wollen, darunter auch Frauen, Mädchen oder Knaben, die ihnen zufällig über den Weg laufen oder denen sie seit Längerem nachstellen, ist nicht erst seit den jüngsten Skandalen um Filmproduzenten und Theaterleute, Musiker und Geistliche ein Thema der politischen Agenda. Seit den Zeiten der antiken Tyrannis war diese Beobachtung ein Argument für die Teilung und Kontrolle der Macht, dessen Befolgung für die Dauerhaftigkeit eines Herrschaftssystems sorgen sollte.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Frederik Schindler mit der Überschrift "Durban-IV-Konferenz / Bundesregierung boykottiert umstrittene Konferenz der Vereinten Nationen" (Samstag, 24. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Bundesregierung hat entschieden, nicht an der Durban-IV-Konferenz der Vereinten Nationen teilzunehmen. Dies erfuhr WELT AM SONNTAG aus dem Auswärtigen Amt. Mit dem hochrangigen Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs soll am 22. September 2021 der 20. Jahrestag der Erklärung von Durban gefeiert werden, die 2001 auf der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus 2001 im südafrikanischen Durban verabschiedet wurde.
In der Erklärung wurde Israel dämonisiert und delegitimiert, auf dem parallel stattfindenden NGO-Forum wurde Antisemitismus und Holocaust-Leugnung verbreitet. Die Durban-Konferenz gilt als Geburtsstunde der antisemitischen Israel-Boykottkampagne BDS.  Ende Längeres Zitat 
► "welt.de"-Artikel von Dirk Banse, Martin Lutz, Uwe Müller mit der Überschrift "BDS / Verfassungsschutz hat Anti-Israel-Bündnis im Visier" (Sonntag, 25. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Verfassungsschutz sieht bei dem Anti-Israel-Bündnis BDS Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung. Die Bewegung, die weltweit „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“ gegen Israel propagiert und in Deutschland an Bedeutung gewinnt, steht damit im Visier des Inlandsnachrichtendienstes.
Torsten Voß, Verfassungsschutzchef in Hamburg und Vorsitzender des für den Nachrichtendienst zuständigen Arbeitskreises IV der Innenministerkonferenz, sagte WELT AM SONNTAG: „BDS ist bei uns Beobachtungsobjekt, wir führen die Bewegung im Bereich des Extremismus mit Auslandsbezug.“
Aus Sicht seiner Behörde sei „der Antisemitismus, auch in Form von Antizionismus, klarer Bestandteil der BDS-Ideologie“. Benutzt würden eindeutige antisemitische Stereotypen.
Auch das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz teilte auf Anfrage mit: „Im Verfassungsschutzverbund werden bei der BDS-Bewegung Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung gesehen.“
Das Bundesamt für Verfassungsschutz verweist auf die strafrechtlich relevante Dimension des Judenhasses. Präsident Thomas Haldenwang sagte WELT AM SONNTAG: „Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Wir haben alle Erscheinungsformen des Antisemitismus in Deutschland fest im Blick.“
Niedersachsens Verfassungsschutzchef Bernhard Witthaut warnt: „Antisemiten und Judenhasser nutzen jegliche Art der Kritik an Israel als Steilvorlage für ihr eigenes antisemitisches Handeln, Agieren und Profilieren.“ Der israelbezogene Antisemitismus habe nicht nur im Rechtsextremismus, sondern auch im Islamismus einen hohen Stellenwert. Von den Initiatoren des BDS müsse man erwarten, dass sie sich von entsprechenden Unterstützern distanzieren.
Laut der früheren Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, geht es BDS um die Dämonisierung Israels und des jüdischen Volkes. „Das Handeln von BDS erinnert an Zeiten, die für immer überwunden schienen“, sagte Knobloch. Das B im BDS-Label, das für den Boykott israelischer Waren steht, erinnere sie an den Boykottaufruf der Nazis: „Kauft nicht bei Juden!“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Thomas Schmid mit der Überschrift "Debatte um Holocaustgedenken / Die Arroganz der sehr späten Geburt" (Sonntag, 25. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Schriftsteller Per Leo möchte das Holocaustgedenken renovieren. Aber über eine Polemik gegen deutsche „Israelliebe“ kommt er nicht hinaus. Vor allem hat er zu den entscheidenden Fragen nur Allgemeinplätze mitzuteilen. Eine persönliche Entgegnung.
Die deutsche Erinnerungskultur stellt in vielen ihrer Ausprägungen eine wahre Zumutung dar. Gedanklich, ästhetisch, stilistisch. Es beginnt mit dem Namen: Wenn schon „Kultur“, dann müsste es eine Gedenkkultur sein. Denn an den Nationalsozialismus, seine Verbrechen und insbesondere an den Holocaust kann sich niemand „erinnern“. Und es geht weiter mit der leiernden Ritualisierung des Gedenkens, mit den vielen schlechten und austauschbaren Ansprachen voll falschem Pathos. Mit der „Betroffenheit“, die sich bei Feierstunden allzu habituell einstellt. Mit dem schwarzen Gedenkkitsch, in dem die Gedenkenden sich oft selbst zu feiern scheinen.
Die gut gemeinten Reden des Bundespräsidenten offenbaren regelmäßig, wie bitter eine Sprache fehlt, um jenseits von gestanzten Formeln präzise, würdig und mit neuem Ton über das zu reden, was Hitler und die ihm folgenden Deutschen angerichtet haben. Ohne Zweifel: Wir brauchen eine andere, frischere Art und Methode des Gedenkens. Dafür bietet das neue Buch von Per Leo reichlich Anschauungsmaterial.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Claudius Seidl mit der Überschrift "Per Leo und Erinnerungskultur / Die Unschuld wird immer größer" (Montag, 26. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Worum geht es eigentlich beim neuen Historikerstreit, dessen Winkelzüge das Publikum in den Zeitungen, im Radio und im Internet verfolgen kann? Und dessen Heftigkeit und scharfer Ton doch jedem, der nur als Gelegenheitsleser oder Zufallshörer damit konfrontiert wird, unverständlich erscheinen muss.
Geht es um Kritik am deutschen Gedenken und Erinnern, welche (wie der australische Genozidforscher Dirk Moses schreibt) sich nach einem Katechismus richteten, einer Sammlung von Glaubensregeln also, deren wichtigste die sei, dass der Holocaust als singuläres und nicht vergleichbares Menschheitsverbrechen zu betrachten sei, weshalb jede Kontextualisierung, jede Historisierung sich verbiete? Und die politisch darauf hinauslaufe, dass die Deutschen, als das Volk der Täter, zur unumstößlichen Loyalität mit dem Staat Israel verpflichtet seien, auch wenn dieser die Palästinenser noch so übel knechte? Zudem verstelle dieser deutsche Katechismus den Blick auf die Verbrechen des Kolonialismus, die doch erst den Gesamtzusammenhang formten, in dem auch der Holocaust betrachtet werden müsse.
Oder geht es, wie die Gegenseite unterstellt, vor allem darum, dass die Linke jetzt versucht, was den Konservativen im ersten Historikerstreit nicht gelungen sei: den Holocaust zu relativieren und als ein Verbrechen unter vielen zu deuten, nur ein Kapitel in der langen Verbrechensgeschichte des Westens, mit der Folge, dass die deutsche Schuld nicht mehr so schwer wöge und die deutsche Verpflichtung gegenüber Israel an Verbindlichkeit verlöre, ja dass man generell den Staat Israel nicht mehr als Zufluchtsort und potentiell letzte, mit allen Mitteln zu verteidigende Bastion des jüdischen Volks behandeln müsste? Sondern als Siedlungskolonie weißer Menschen und als Unterdrücker und Kolonisator des palästinensischen Volks? Wer darf jetzt wieder aufrecht gehen?  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Gabriele und Peter Scherle mit der Überschrift "Debatte um Antisemitismus / Der Holocaust passt nicht in Rassismus-Kategorien" (Montag, 26. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Holocaust und der Antisemitismus sind nicht nur eine besondere Form des Rassismus. Wer das behauptet, verkennt die theologische Kontur der Judenvernichtung ...
Unlängst hat der Historiker Dan Diner einen neuen Versuch unternommen, die These von der Singularität des Holocaust als „Zivilisationsbruch“ zu präzisieren (F.A.Z. vom 8. Juli). Demnach müssen die Gestalt des Verbrechens und der absolute, als „negative Erwählung“ zu verstehende Vernichtungswille der Nazis im Zusammenhang gesehen werden. Diner reagiert damit auf aktuelle Versuche, die Einzigartigkeit der Schoah angesichts anderer Genozide und der Gewaltexzesse des Kolonialismus infrage zu stellen.
Demnach beziehe sich das „kognitive Entsetzen“ angesichts des Holocaust zum einen auf den „Charakter der Tat“, der die „Grundannahmen über menschliches Handeln und Verhalten“ in der westlichen Zivilisation dementiert. Allerdings, so wenden Kritiker der Singularitätsthese ein, erfahren auch alle anderen Menschen, die von den Nazis als „Untermenschen“ betrachtet und behandelt wurden, dieses zivilisatorische Dementi. Und das würde auch für alle Opfer von Kolonialismus oder Rassismus gelten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Reiner Burger mit der Überschrift "Prozess «Goyim-Partei’» / Blanker Judenhass, extreme Gewaltphantasien" (Donnerstag, 29. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  In der Außenstelle des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf am Rand der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt finden überwiegend Prozesse gegen Terrorverdächtige jedweder Herkunft statt. Terroristen sind der aus Berlin stammende 60 Jahre alte Marcus B., Fadi J. – ein 37 Jahre alter Deutscher mit irakischen Wurzeln, der zuletzt im niederländischen Heerlen nahe Aachen lebte – und der 38 Jahre alte Christian B. aus Duisburg zwar nicht. Für brandgefährlich hält die Bundesanwaltschaft das Trio gleichwohl.
Die drei mutmaßlichen Mitglieder der extrem aggressiven antisemitischen „Goyim-Partei“ müssen sich seit Donnerstag wegen Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung und wegen Volksverhetzung vor dem OLG Düsseldorf verantworten. Fadi J. und Marcus B. sollen die überwiegend online agierende „Internationale Goyim Partei“ als Rädelsführer gesteuert haben. Neben J. und B. hat nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zudem Christian B. maßgeblich über verschiedene Internetplattformen bis 2020 übelste volksverhetzende Parolen und „extreme Gewaltphantasien gegen Juden“ verbreitet.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Drohnenangriff / «Iran ist Problem der ganzen Welt» – Israel beschuldigt Teheran nach Anschlag auf Schiff" (Samstag, 31. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Israel hat den Iran beschuldigt, hinter einem tödlichen Anschlag auf einen Öltanker vor der Küste des Oman zu stecken. Der Iran sei „nicht allein Israels Problem, sondern das Problem der ganzen Welt“, hieß es aus der israelischen Regierung. Teheran sähe Gewalt und Zerstörung.
Bei dem offenbar mit einer Drohne ausgeführtem Angriff waren nach Angaben der US-Armee und der Betreiberfirma zwei Besatzungsmitglieder getötet worden, eine Person aus Großbritannien und eine aus Rumänien. Betreiberin des Öltankers „MT Mercer Street“ ist die britische Firma Zodiac Maritime, die dem israelischen Unternehmer Ejal Ofer gehört.
„Der Iran ist nicht nur ein israelisches Problem, sondern ein Exporteur von Terror, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schaden“, schrieb Außenminister Jair Lapid in der Nacht auf Samstag auf Twitter.
Lapid schrieb, er habe gegenüber Großbritanniens Außenminister Dominic Raab auf die Notwendigkeit hingewiesen, scharf auf den Angriff zu reagieren. Zudem habe er die Botschaften in Washington, London und bei den Vereinten Nationen (UN) angewiesen, sich an die entsprechenden Kontakte bei den UN zu wenden.
... Der iranische Staatssender Al-Alam berichtete unter Berufung auf „informierte regionale Kreise“, der Angriff auf die „MT Mercer Street“ sei eine „Antwort auf einen kürzlich erfolgten israelischen Angriff“ auf einen syrischen Flughafen gewesen. Weitere Angaben machte der Sender nicht.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Bericht mit der Überschrift "Nach Vorwurf Israels / Iran weist Verantwortung für Angriff auf Öltanker zurück" (Sonntag, 01. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Iran hat den Vorwurf Israels zurückgewiesen, für einen Angriff auf einen Öltanker im Indischen Ozean verantwortlich zu sein. Die Anschuldigungen „des zionistischen Regimes“ seien „unbegründet“, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Sonntag auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Israel müsse mit derlei Anschuldigungen gegen den Iran aufhören.
Israel hat Iran beschuldigt, für den Angriff auf den Tanker „MT Mercer Street“ verantwortlich zu sein ...
... Der Iran-Experte Meir Dschavendanfar von der israelischen Hochschule IDC in Herzlia bezeichnete den Anschlag als Eskalation im Konflikt zwischen Israel und Iran. Eine Veränderung in der Dynamik des Konflikts erwarte er trotzdem nicht. „Beide Seiten werden fortsetzen, was sie tun“, prognostizierte er.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Anna Staroselski mit der Überschrift "NEUES WELTKULTURERBE / Deutschland prägte das Judentum, und Juden prägten Deutschland" (Montag, 02. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Deutschland prägte die Entwicklung des Judentums. Ohne die sogenannten SchUM-Städte – das sind Speyer, Worms und Mainz – wäre das heutige Judentum unverständlich und unvollkommen. Deutschland bildete die Wiege des europäischen Judentums. Im 12. Jahrhundert erlebte das jüdische Leben in Europa in diesen SchUM-Städten seine Blütezeit. „Jerusalem am Rhein“ habe man die Städtegemeinschaft genannt.
Die Abbreviatur SchUM setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen hebräischen Bezeichnungen der drei Städte: Schin (Sch) steht für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz). Dort lebten jüdische Gelehrte, die das jüdische Recht, jüdische Philosophie, religiöse Praxis und Tradition maßgeblich prägten. Ihre Schriften und Erlasse sind bis heute gültig und werden noch heute von Rabbinern weltweit studiert.
Das ashkenazische Judentum ... Die mittelalterliche rabbinische Literatur nutzte die Bezeichnung „Ashkenaz“ für Deutschland.
... Die SchUM-Städte sind ein Monument der jüdischen Resilienz. Sie überdauerten die Kreuzzüge, unzählige Vertreibungen und das größte Menschheitsverbrechen der modernen Geschichte – die Shoa. Sie sind ein reales Relikt und gleichzeitig ein Werkzeug, das die Verwurzelung jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar macht.
Dieses neue Weltkulturerbe macht die Schönheit der jüdischen Geschichte real und spürbar. Deutschland prägte das Judentum, und Juden prägten Deutschland. Jüdisches Leben gehört zu Deutschland und Deutschland zum Judentum. Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Joseph Croitoru mit der Überschrift "Antisemitismus als Rassismus / Israels Außenminister kündigt geschichtspolitischen Kurswechsel an" (Dienstag, 03. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Es sei Zeit, damit zu beginnen, die wahre Geschichte über die Antisemiten zu erzählen: Der israelische Außenminister Jair Lapid kündigt einen geschichtspolitischen Kurswechsel an ... Im Jahr 2004 rief das israelische Außenministerium das Globale Forum zur Bekämpfung von Antisemitismus (GFCA) ins Leben. Es tagte bislang sieben Mal, in diesem Jahr vom 13. bis 15.?Juli. Als einen ihrer größten Erfolge kann die Initiative ihren Beitrag zur internationalen Durchsetzung der Antisemitismus-Arbeitsdefinition verbuchen, die 2016 von der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA) ausformuliert wurde. Mit zunehmendem Erfolg arbeitet das Forum auch daran, einen Konsens darüber zu schaffen, dass Antisemitismus nicht als eine weitere Form des Rassismus, sondern als eigenständiges Phänomen zu betrachten ist – und dies in klarem Widerspruch zur früheren Haltung des Staates Israel, wie sie 2011 noch von der Botschaft in Berlin in einem Positionspapier zur „Diffamierungskampagne gegen Israel“ formuliert worden war: „Antisemitismus nennt man die Form des Rassismus, die gegen das jüdische Volk gerichtet ist.“
Entsprechend der neuen Strategie soll der Antisemitismus von möglichst vielen Staaten als separater Tatbestand auch in Gesetzesform gegossen werden. Dazu ist es in Deutschland, das hier zu den Vorreitern gehört, Ende März gekommen: Ins Strafgesetzbuch (Paragraph 46 Absatz 2) wurden mit dem Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsex­tremismus und der Hasskriminalität antisemitische Tatmotive als strafverschärfende Beweggründe aufgenommen. Dafür hatte sich Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, besonders starkgemacht.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Querdenken-Proteste / «Werden Gewalt erleben» – Antisemitismusbeauftragter warnt vor Corona-Leugnern" (Dienstag, 03. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, befürchtet ein Abdriften von Verschwörungstheoretikern im Umfeld der Corona-Demonstrationen in den Extremismus. Dem Nachrichtenportal „watson“ sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview: „Ich glaube leider, dass in den nächsten Jahren die Radikalisierung weitergeht. Dass wir Gewalt und möglicherweise auch Terror erleben werden.“
Blume warf Teilen der Politik und der Sicherheitsbehörden vor, zu naiv auf die Bewegung hinter den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen zu blicken. Politiker meinten fälschlicherweise, dass man mit ihnen reden könnte. „Bei denjenigen, die tief im Verschwörungsglauben versinken, setzt die Vernunft aus“, sagte Blume.
Man hätte es mit Menschen zu tun, „die Zuwendung und Freundlichkeit anderer als Schwäche empfinden – und sich dadurch sogar noch bestätigt fühlen“, so der Antisemitismusbeauftragte.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Clemens Wergin mit der Überschrift "RABBINER PINCHAS GOLDSCHMIDT / «Wir Juden sind der Kollateralschaden»" (Dienstag, 03. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Wachsender Antisemitismus, Attacken auf Juden und jüdische Einrichtungen und politische Initiativen, die es erschweren, jüdische Traditionen zu leben: Juden in Europa werden von vielen Seiten bedrängt, sagt Oberrabbiner Goldschmidt ...
Als Pinchas Goldschmidt, Vorsitzender der Europäischen Rabbinerkonferenz, im Juli zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie durch Europa reist, ist das so etwas wie eine Schadensbesichtigung: Er will sich einen Eindruck davon machen, in welchem Zustand sich Europas jüdische Gemeinden nach dem Corona-Schock befinden. Auf seiner Findungsmission kam er auch nach Berlin und machte Station im Axel-Springer-Haus – um zu berichten, warum sich Juden in Europa zunehmend unwohl fühlen, ganz unabhängig von Corona.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "tagesspiegel.de"-Artikel von Christian Böhme, Mareike Enghusen mit der Überschrift "Vorfälle im Persischen Golf / Neue Runde im Schattenkrieg zwischen Israel und dem Iran" (Donnerstag, 05. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  ... Im Golf von Oman kam es auf einem Tanker offenbar zu einem Entführungsversuch.
Noch sind die Umstände unklar. Doch auch in diesem Fall gilt Irans Regime als verdächtig. So viel ist bisher bekannt: Die britische Marineschifffahrtleitorganisation UKMTO meldete die „potenzielle Entführung eines Schiffes“. Omanische Behörden identifizierten dieses kurz darauf als „Asphalt Prinzess“.
Wenig später verkündete die UKMTO jedoch kommentarlos, dass der „Vorfall vorüber“ sei. Ob das jüngste Ereignis mit dem israelisch-iranischen Schattenkrieg zusammenhängt, ist schwer zu sagen. Fest steht: Die Spannungen in der Region steigen. Nicht nur Israel, auch die USA und Großbritannien machen Teheran für die tödliche Attacke auf die „Mercer Street“ verantwortlich.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Theresa Weiß mit der Überschrift "F.A.Z. Podcast für Deutschland / «Unsere Streitkultur ist unterdurchschnittlich»: Ent-zivilisiert sich die Gesellschaft, Michel Friedman?" (Freitag, 06. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Publizist, Jurist und Professor Michel Friedman kämpft seit Jahrzehnten gegen Judenhass und Feinde der Demokratie. Im Gespräch erklärt er, warum er so enthusiastisch streitet. Und weshalb er kein Zyniker geworden ist, obwohl fast seine komplette Familie von Nationalsozialisten ermordet wurde.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Wolfgang Krischke mit der Überschrift "Hans Kelsen / Gerechtigkeit wäre zu viel verlangt" (Sonntag, 08. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Schüler von Carl Schmitt war kein öffentlicher Intellektueller, hat im Gegensatz zu seinem Lehrer das Recht aber maßgeblich beeinflusst ...
Die Bekanntheitsgrade der beiden Ju­risten stehen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer rechtspolitischen Wirkung. Anders als Schmitt hat Kelsen die Rechtslandschaft nachhaltig geprägt. Er konzipierte nach dem Untergang der Do­naumonarchie die heute noch geltende Verfassung der Republik Österreich und begründete mit deren Verfassungsgerichtshof, an dem er selbst Richter war, die europäische Verfassungsgerichtsbarkeit. Auch das Bundesver­fassungsgericht in Karlsruhe verdankt Kelsens Pionierarbeit seine Existenz. Mittlerweile wird Kelsens Bedeutung, die über diese unmittelbar politischen Wirkungen noch weit hinausgeht, auch von einer größeren Öffentlichkeit entdeckt ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus "de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kelsen":
 Anfang Längeres Zitat  Hans Kelsen ... Leben Kelsen entstammte einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Prag ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Zelda Biller mit der Überschrift "Identitätsliteratur / Der Wunsch nach einem jüdischen Penis" (Dienstag, 10. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Eine junge Deutsche sitzt auf dem Untersuchungsstuhl eines jüdischen Arztes. Der soll ihr einen beschnittenen Penis geben, um sie von ihrem Körper- und Hitlerkomplex zu heilen. Eine Geschichte, die sich lange kein deutscher Verlag zu drucken traute.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Christoph Ransmayr [Schriftsteller] mit der Überschrift "Ransmayrs Börnepreis-Rede / Nachrichten von einem tapferen Mann" (Dienstag, 10. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Was freies Wort bedeutet, hat niemand so gut gewusst wie Ludwig Börne. Den nach ihm benannten Preis hat in diesem Jahr Christoph Ransmayr bekommen und dazu diese fulminante Dankesrede gehalten.
Am 22. Januar des Jahres 1833, einem frostigen Dienstag, an dem im Königreich Bayern Ochsen- und Pferdefuhrwerke und selbst herrschaftliche Kutschen in Schneeverwehungen steckenblieben und die dampfenden Zugtiere vermutlich unter Flüchen aus dem Geschirr genommen wurden, war in der Münchener Politischen Zeitung zu lesen: „Wahrlich, wo irgend auf deutschem Boden ein Galgen steht, wird man kein würdigeres Subjekt daran aufzuhängen finden als diesen Herrn Baruch modo Börne.“
Diese im Ton einer Predigt vor­gebrachte Forderung sollte noch im nächsten und im darauffolgenden Jahrhundert als Beispiel für die Gnaden­losigkeit des zeit­genössischen Feuilletons zitiert werden, wenn von dem Essayisten und Revolutionär Juda Löw Baruch die Rede war, der als wohl ein­ziges Zugeständnis an eine feindselige Welt seinen Geburtsnamen abgelegt und den Autorennamen „Carl Ludwig Börne“ angenommen hatte. Dies nicht aus Angst, sondern um vorzubeugen, dass ein mit dem Makel eines jüdischen Namens behaftetes Buch von einer antisemitischen Leserschaft gar nicht erst geöffnet werden würde.
„Die einen werfen mir vor, daß ich ein Jude sei“, sollte Börne unter seinem neuen Namen, der sich schließlich als der Name eines Geisteskriegers erwies, später schreiben: „Die einen werfen mir vor, daß ich ein Jude sei; die anderen verzeihen mir es; der dritte lobt mich gar dafür; aber alle denken daran.“An den Galgen mit ihm ...
... Dass Europa sich vor den Vereinigten Staaten in berechtigter Dankbarkeit für die Befreiung vom Nationalsozialismus wieder und wieder verneigt, hätte Börne vermutlich zur ergänzenden Bemerkung veranlasst, dass sich über den in diesem Befreiungskampf gefallenen vierhunderttausend amerikanischen Soldaten ein Leichengebirge von zehn Millionen toten Rotarmisten und vierzehn Millionen ermordeten sowjetischen Zivilisten auftürmte, dass dieses Land der Freien als erstes und bislang einziges Land der Welt zivile Ziele mit Atombomben dem Erdboden gleich­gemacht und die Über­lebenden auf Jahrzehnte vergiftet hat und nationalsozialistische Kriegsverbrecher, allen voran eine so widerliche Figur wie Wernher von Braun, nicht wie dessen Parteifreunde an den Galgen des Nürnberger Gerichts gebracht, sondern in allen Ehren aufgenommen und im Inter­esse des eigenen Rüstungsprogramms zum Nationalhelden gemacht hat.
Aber selbst wenn dieses von Gott geliebte Land wäre, was seine Anführer, Missionare und Anhänger behaupten: eine Fackel der Freiheit und tatsächlich die allerbeste aller Nationen, würde der in seinen „Briefen aus Paris“ formulierte Einwand Börnes lauten: „Keine Freiheit ist möglich, solange es Nationen gibt.“  Ende Längeres Zitat 
► "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BERLIN & BRANDENBURG / Deutlich mehr antisemitische Straftaten in Ostdeutschland" (Donnerstag, 12. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Zahl judenfeindlicher Verbrechen in Ostdeutschland hat sich in den vergangenen vier Jahren stetig und deutlich erhöht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Stendaler Abgeordneten Marcus Faber (FDP) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach registrierte der Bund in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im vergangenen Jahr 580 antisemitisch motivierte Straftaten. Vor vier Jahren waren es noch 330 antisemitische Verbrechen gewesen, 2018 416 und 2019 491.
«Die immer weiter steigende Zahl antisemitischer Straftaten in den letzten Jahren ist alarmierend», sagte Faber mit Blick auf die Zahlen. Jede einzelne Tat sei ein Angriff auf die freiheitliche Gesellschaft. «Wir dürfen nicht wegsehen und müssen uns klar gegen jede Form von Antisemitismus stellen», so der Bundestagsabgeordnete.
Der Bund unterstützt laut der Antwort des Innenministeriums auf Fabers Anfrage zahlreiche Programme zur Extremismusprävention und Unterstützung Betroffener. In Sachsen-Anhalt haben CDU, SPD und FDP den Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus als Ziel im Entwurf für den gemeinsamen Koalitionsvertrag aufgenommen. Unter anderem soll der bisherige Posten eines Ansprechpartners für jüdisches Leben zu einem Antisemitismusbeauftragten ausgebaut werden.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Tilmann Krause mit der Überschrift "JÜDISCHES KULTGERÄT / Das Geheimnis von Schwäbisch Gmünd" (Freitag, 13. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Wenn es eine deutsch-jüdische Symbiose gab, dann in Schwäbisch Gmünd: Die Stadt war zwar stramm katholisch, produzierte aber jahrhundertelang jüdisches Kultgerät für den Weltmarkt. Die Erforschung dieser Kulturgeschichte gleicht einem international besetzten Wissenschaftskrimi.
Schwäbisch Gmünd produzierte weltweit für den jüdischen Bedarf. Chanukkaleuchter, Fruchtschalen, Becher für den Weinsegen am Sabbat, schließlich die überaus aufwendig gestalteten Bsamim, also Gewürztürmchen, deren Wohlgerüche man im Rahmen der Hawdala einatmet, um sich von den Freuden des Feiertages zu verabschieden und für die Zwänge der neuen Woche zu rüsten: Sie alle fanden ihren Weg in die jüdischen Gemeinden nicht nur in Deutschland und Europa. Sie gelangten bis nach Amerika.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von JOCHEN STAHNKE, NIKLAS ZIMMERMANN mit der Überschrift "STREIT UM HOLOCAUST-OPFER / Israel ruft Gesandte in Warschau zurück" (Sonntag, 15. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Israels Regierung hat scharf auf ein am Samstag vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda unterzeichnetes Verwaltungs- und Restitutionsgesetz reagiert. Das Außenministerium in Jerusalem zog seine Geschäftsträgerin in Warschau auf unbestimmte Zeit ab. Zudem soll Israels designierter neuer Botschafter in Polen, Yacov Livne, sein Amt vorerst nicht antreten. Auch legte Israel dem polnischen Botschafter in Tel Aviv, Marek Magierowski, nahe, seinen derzeitigen Heimaturlaub zu verlängern. Der amerikanische Außenminister Antony Blinken hatte in einer Mitteilung des State Department ebenfalls „tiefe Besorgnis“ über die polnische Gesetzgebung ausgedrückt.
Kern des am Mittwoch vom Sejm verabschiedeten und am Samstag von Präsident Duda unterzeichneten Gesetzes ist, dass zukünftig Verwaltungsentscheidungen nach dem Ablauf einer Frist von 30 Jahren nicht mehr angefochten werden können. Betroffen von dem Gesetz sind neben anderen auch die Nachfahren jüdischer Holocaust-Opfer, deren Besitz zur Zeit der kommunistischen Herrschaft nach 1945 enteignet wurde. Duda erklärte, das Gesetz beseitige Rechtsunsicherheit für polnische Wohnungs- und Grundstücksbesitzer, falls sich nach mehr als siebzig Jahren ein früherer Eigentümer finde. Damit ende eine „Ära des Rechtschaos“ und der „Reprivatisierungsmafia“, sagte Duda der polnischen Nachrichtenagentur PAP
Israels Außenminister Jair Lapid dagegen äußerte: „Polen ist heute Abend ein antidemokratisches und illiberales Land geworden, das die größte Tragödie der Menschheitsgeschichte nicht respektiert.“ Lapid sagte: „Wir werden uns weigern, jede Verachtung für das Andenken an den Holocaust und dessen Opfer zu tolerieren.“ Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einer „schändlichen Entscheidung“. Das polnische Gesetz hindere Juden daran, für in der Zeit des Holocaust gestohlenen Besitz kompensiert zu werden.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Mathias Döpfner mit der Überschrift "MARGOT FRIEDLÄNDER / «Ihr müsst vorsichtig sein, dass so etwas nicht wieder geschieht»" (Sonntag, 15. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren, lebte im Untergrund und wurde nach Theresienstadt deportiert. Im Gespräch mit Mathias Döpfner berichtet sie über die Vergangenheit, die Lehren für die Gegenwart, und sie verrät, was sie für ihren 100. Geburtstag plant.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "WELTplus"-Artikel von Dirk Schümer mit der Überschrift "Leo Baeck / Der Seelsorger von Theresienstadt" (Montag, 16. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Im Kaiserreich war Leo Baeck ein angesehener Theologe, im Ersten Weltkrieg Feldrabbiner, in den 1920er-Jahren auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Dann kamen die Nazis und hätten ihn fast umgebracht. Ein trauriger Satz macht ihn bis heute berühmt.
... Der misshandelte und ausgemergelte Patriarch überlebte wundersam, doch steht bis heute sein Diktum in den Annalen: "Die Epoche der Juden in Deutschland ist ein für alle Mal vorbei."
Michael A. Meyers Biografie über diesen "Rabbiner in bedrängter Zeit" (wobei "bedrängt" eher wie ein Euphemismus wirkt) dreht sich zwangsläufig um dieses illusionslose Fazit. Wenn heute das Leo-Baeck-Institut, das der Historiker Meyer über 20 Jahre leitete, in London, Jerusalem, New York und einer Zweigstelle in Berlin die Geschichte des deutschen Judentums erforscht, so steht dieses Wirken auch für eine Zukunft auf den Ruinen.
Baeck selbst reiste nach der Schoa mehrmals nach Deutschland, knüpfte mit Bundespräsident Heuss Bekanntschaft, nahm Ehrungen an und hielt seine letzten Vorträge in Münster. Dass jüdisches Leben in Deutschland allem Morden zum Trotz weitergehen würde, war Baeck also bewusst. Doch mit untypischem Sarkasmus verglich er die Deutschen mit einem "Kannibalenstamm", in dem vielleicht auch der eine oder andere Vegetarier vorkomme. In diesem Spannungsfeld bestätigt Meyers Biografie den großen Rabbiner: Den jüdischen Kosmos, in dem Baeck gewirkt hatte, kann es in Deutschland nie wieder geben.
Mit distanzierter Achtung vor seinem biografischen Gegenüber schildert Meyer den hochgewachsenen Leo Baeck als einen typischen Gelehrten des Kaiserreichs. Deren rechtlich assimilierte, zunehmend wohlhabende und kulturell fruchtbare Hochschulen und Gemeinden lernte Baeck auf seinen Stationen von Breslau bis Oppeln, von Düsseldorf bis Berlin kennen und lieben. 1905 erschien sein Hauptwerk "Das Wesen des Judentums". Den später so tödlich wirkenden Keim des alltäglichen Antisemitismus wollte Baeck, vor allem in verklärender Rückschau, nicht wahrhaben. Dabei mussten ihm auch als Feldrabbiner nach 1914 die zahlreichen Zurücksetzungen jüdischer Soldaten, vor allem aber der empörende "Zensus" jüdischer Frontsoldaten aufgefallen sein.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Michael Wolffsohn mit der Überschrift "VERGLEICH MIT KOLONIALVERBRECHEN / Jetzt kommen Holocaust-Relativierer auch von links" (Dienstag, 17. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  ... Zumindest wird die Einzigartigkeit des Sechs-Millionen-Mordens bestritten.
... die Einzigartigkeit des Sechs-Millionen-Mordens ... die Einzigartigkeit des Holocaust ...
... es gab außer dem Holocaust auch andere Völkermorde – aber „so einen“ weder in seiner Masse noch in der deutschstaatlich-industriell organisierten Mordweise ...
... Einzigartigkeit ermitteln ... Einzigartigkeit bestreiten ...
... Der Holocaust galt seiner Einzigartigkeit wegen ...
... Einzigartigkeit axiomatisch ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Interview von Theresa Weiß mit Sabena Donath [künftige Ko-Leiterin der Jüdischen Akademie des Zentralrats der Juden] mit der Überschrift "Jüdische Akademie : «Ein Haus, in dem wir bleiben»" (Mittwoch, 18. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Auf dem Kulturcampus in Bockenheim entsteht die Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden. Die künftige Ko-Leiterin Sabena Donath erklärt, was Besucher in der Institution erwartet und warum sie so wichtig ist – nicht nur für Frankfurt.
Sabena Donath: ... Es gab damals die Idee des damaligen Präsidenten des Zentralrats, Dieter Graumann, eine Bildungsoffensive zu starten, um einen neuen intellektuellen Diskurs innerhalb der jüdischen Gemeinschaft anzusteuern. Denn wir sind eine sehr plurale Gemeinschaft mit viel Migrationsgeschichte, unterschiedlichen Bildungshorizonten und Verständnissen. Es gab aber keine zentrale Stelle, um jüdische Themen oder solche, die die jüdische Lebenswelt betreffen, in Form eines nachhaltigen Bildungsprogramms der Gemeinschaft nahezubringen.  Ende Längeres Zitat 
► "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BUNDESPRÄSIDENT / Steinmeier warnt vor wachsendem Antisemitismus" (Mittwoch, 18. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor einer Zunahme von Judenhass in Deutschland gewarnt. „Es schmerzt mich und macht mich zornig, dass sich Antisemitismus, antisemitischer Hass und Hetze in Deutschland wieder offen zeigen“, sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung des Europäischen Zentrums Jüdischer Gelehrsamkeit in Potsdam.
Auf diese Entwicklung könne es nur eine Antwort geben: „Wir, jeder Einzelne und wir als ganze Gesellschaft dulden keinerlei Antisemitismus“, so Steinmeier. „Wir wehren den Anfängen im Alltag, ehe aus Worten Taten werden, und treten denen entschieden entgegen, die Hass und Hetze verbreiten.“
Antisemitismus sei immer ein Seismograf dafür, wie es um die Demokratie stehe, fügte er hinzu. Je offener, je aggressiver er sich äußere, umso mehr gerieten die Achtung der Menschenwürde und die Toleranz in Gefahr. „Das ist die Lehre aus unserer Geschichte – sie ist Mahnung und Auftrag für die Gegenwart und für die Zukunft.“
Mit dem Europäischen Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit erhalten das Institut für Jüdische Theologie der Universität Potsdam und die beiden Rabbinerseminare – das Abraham Geiger Kolleg und das Zacharias Frankel College – neben dem Neuen Palais im Schlosspark von Sanssouci ein neues Domizil. Zu dem Zentrum gehört neben einem Lehr- und Studiengebäude auch eine Synagoge. Es ist laut der Universität Potsdam die erste Synagoge in der brandenburgischen Hauptstadt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zur feierlichen Eröffnung des Europäischen Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit erschienen neben Steinmeier unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Brandenburg sei stolz auf die Eröffnung, erklärte Woidke. „Es ist ein kraftvolles Zeichen für selbstbewusstes jüdisches Leben in unserem Land.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "tagesspiegel.de"-Artikel von Michael Wolffsohn mit der Überschrift "Historiker rechnet mit Merkels Außenpolitik ab / «Das Afghanistan-Debakel ist nur die Spitze des Eisberges»" (Mittwoch, 18. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Als 2008 Teile der SPD für einen Rückzug plädierten, um der Linken zu gefallen, war sie bereit, die Große Koalition platzen zu lassen. So wichtig war und blieb ihr die internationale ISAF-„Sicherheits- und Wiederaufbaumission“ in Afghanistan.
Das Verhältnis zu den USA stellte sie, wie traditionell die CDU, verbal, aber nicht faktisch in den Mittelpunkt ihrer Außenpolitik. Es ist aber zerrüttet. Nicht nur wegen Trump ...
... Doppelbödig auch Merkels Nahostpolitik. Verbal unbegrenzter Beistand für Israel. Faktisch – durch das Atomabkommen mit dem Iran – die Begünstigung tödlicher Gefahren für den Jüdischen Staat ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "WELTplus"-Artikel von Mathias Döpfner mit der Überschrift "Henryk M. Broder zum 75. / Polemik als Florettkunst" (Freitag, 20. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Bildunterschrift: Sein Mittel der Wahl ist der Humor: Henryk M. Broder  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Bericht mit der Überschrift "IN KÖLNER PARK / Junger Mann mit Kippa angegriffen" (Sonntag, 22. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ein 18-Jähriger mit einer jüdischen Kippa ist bei einem mutmaßlich antisemitischen Übergriff in Köln schwer verletzt worden. Der junge Mann wurde am späten Freitagabend im Kölner Kaiser-Wilhelm-Park von Mitgliedern einer Gruppe geschlagen und getreten, wie die Polizei Köln am Samstagabend mitteilte. Einer aus der Gruppe habe dem Opfer zudem seine Kippa vom Kopf genommen. Rettungskräfte hätten das schwerverletzte Opfer unter anderem mit einem Jochbein-Bruch in eine Klinik gebracht.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "swr.de"-Bericht mit der Überschrift "PRÄVENTION GEGEN ANTISEMITISMUS / Feierliche Amtseinführung für zwei Polizeirabbiner in Baden-Württemberg" (Montag, 23. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Seit Anfang des Jahres sind in Baden-Württemberg zwei Polizeirabbiner im Einsatz. Am Montag wurden sie feierlich ins Amt eingeführt. Sie sollen ihr Wissen zum Judentum vermitteln.
Polizistinnen und Polizisten wüssten nicht mehr und nicht weniger über das heutige Judentum als die durchschnittliche Gesellschaft, so Shneur Trebnik in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Er ist einer der beiden Polizeirabbiner in Baden-Württemberg und seit seiner Berufung vor einem halben Jahr dafür da, den Beamtinnen und Beamten dieses Wissen zu vermitteln.
Trebnik aus Ulm ist dabei für den württembergischen Landesteil zuständig, sein Kollege Moshe Flomenmann aus Lörrach für Baden. Beide arbeiten zudem als Vertrauenspersonen innerhalb der Polizei und unterstützen die 19 christlichen Polizeiseelsorger im Land bei der psychosozialen Notfallversorgung. Auch in der Ausbildung sollen sich die Polizeirabbiner einbringen.
Er freue sich, den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Ausbildung die jüdische Geschichte und den Alltag jüdischer Menschen durch den persönlichen Kontakt näherzubringen, sagte Landesrabbiner Flomenmann. Das große Interesse seitens der Polizei habe ihn positiv überrascht. Auch Rabbiner Trebnik bewertete das Unterrichtsprojekt als vollen Erfolg. Daneben "wirken wir Polizeirabbiner im Bedarfsfall auch bei der psychosozialen Betreuung von Beschäftigen der Polizei und deren Angehörigen mit", erklärte er.
Im jüdischen Leben gehe es um weit mehr als um Antisemitismus und den Holocaust, sagte Trebnik der Deutschen Presse-Agentur. Das hätten auch viele Polizisten und Polizistinnen schon in Gesprächen gelernt, so der 45-Jährige.
Um Barrieren abzubauen, müsse man auch nicht so viel wissen, man müsse vor allem bereit sein zur Begegnung, zum Gespräch und zum Verständnis, so Trebnik. "Wenn man weiß, dass man nicht alles weiß, dann ist das schon sehr viel."
Polizeirabbiner gab es bisher nur in den USA und in Israel. Das Land Baden-Württemberg hat dieses Amt auf Anregung des Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus, Michael Blume, neu eingeführt.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "RELATIVIERUNG DES HOLOCAUST / Berliner Lehrer wird nach umstrittenen YouTube-Videos gekündigt " (Montag, 23. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Einem Berliner Berufsschullehrer, der mehrfach wegen Beiträgen auf seinem YouTube-Kanal in die Kritik geraten war, ist nach dpa-Informationen unter anderem wegen Verharmlosung des Holocaust gekündigt worden. Er hatte mit der Formulierung „Impfung macht frei“ in einer Fotomontage für Kritik gesorgt, die er in einem seiner YouTube-Videos benutzt hatte. Die Nationalsozialisten hatten den zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“ über den Eingangstoren mehrerer Konzentrationslager angebracht.
Der Historiker Uffa Jensen vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin hatte dem „rbb“ gesagt, er halte die Fotomontage eindeutig für eine Art der Holocaustverharmlosung. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Montag, gegen den Lehrer sei inzwischen Anzeige erstattet worden. „Das wird nun geprüft.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Frederik Schindler mit der Überschrift "Bundestagswahl / Was die Parteien gegen Judenhass und islamistische Einflussnahme vorhaben" (Mittwoch, 25. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Deutlicher könnte die Warnung kaum sein: „Eine jüdische Zukunft in Deutschland ist in Gefahr“, heißt es in einem Positionspapier der Werteinitiative jüdisch-deutsche Positionen, deren Forderungen von 15 Organisationen geteilt werden, die dem jüdischen Leben nahestehen. „Antisemitismus von rechts, links und Teilen der muslimischen Community treffen sich mit antisemitischen Bildern aus der Mitte der Gesellschaft.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Ulf Poschardt mit der Überschrift "ZUNEHMENDER ANTISEMITISMUS / Die nächste Regierung muss jüdisches Leben besser schützen" (Mittwoch, 25. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Zur Liturgie der Berliner Republik gehört der sonntagsrednerische Appell, dass der Antisemitismus nie wieder aufflackern dürfe. In einem Jahr wüster antisemitischer Ausfälle auf Hamas-Demos, einem Jahr, in dem der Zentralrat der Juden veröffentlichte, was während Nahost-Konflikten bei ihm an migrantischem Hass anbrandet, in einem Jahr, in dem immer neue Relativierungen des Holocausts die deutschen Intellektuellen (und solche, die sich dafür halten) umtreiben – in diesem Jahr wird gewählt.
So richtig es ist, 1700 Jahre jüdischer Kultur in Deutschland nicht nur von Auschwitz aus zu denken, so falsch wäre es, dieses jüdische Leben ohne die Bedrohung und die Schoah zu reflektieren. Die Dinge werden nicht besser, sondern schlimmer. Der klassisch stumpfe Antisemitismus rechts hat längst ein listig verkopftes linkes Gegenüber erhalten, das, über die Bande der Israelkritik gespielt, nicht nur den Holocaust bagatellisiert, sondern bestenfalls ein strategisches Verhältnis zum Existenzrecht Israels hat.
Ob Linkspartei oder Fridays for Future, ob habilitierte BDS-Fans oder die vermeintlichen Nahost-Experten in so vielen Medien: Der Antisemitismus mäandert in vielerlei Gestalt durch Debatten und wird in linken Salons wie an reaktionären Stammtischen unterschiedlich codiert. Die Wehrhaftigkeit zivilgesellschaftlicher Liberalität ist im Widerstand gegen Antisemitismen gefragt, noch mehr aber die Politik, die den kaum versteckten Wurzeln des Judenhasses unerbittlicher gegenübertreten muss.
„Kippa und Davidstern müssen getragen werden können, ganz selbstverständlich und selbstbewusst, bei Tag und Nacht, überall in Deutschland“, erklärt Kanzlerkandidat Armin Laschet, und er könnte nicht richtiger liegen mit dieser Forderung, die gleichzeitig aber nicht realitätsferner sein könnte als aktuell in diesem Deutschland 2021.  Ende Längeres Zitat 
► "sueddeutsche.de"-Artikel von Claudia Henzler mit der Überschrift "Religion / Der Rabbi im Revier" (Mittwoch, 25. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Als Shneur Trebnik als Ortsrabbiner nach Ulm kam, zwanzig Jahre ist das her, war die jüdische Gemeinschaft dort in provisorischen Räumen untergebracht. Ende 2012 aber konnte sie eine neue Synagoge beziehen: Mitten im Stadtzentrum, unweit der Stelle, wo die alte Synagoge bei der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde. Das Haus ist ein Zeichen dafür, dass jüdisches Leben in Ulm wieder lebendiger Teil der Stadt ist. Seit einem Brandanschlag Anfang Juni erinnert die Synagoge allerdings auch daran, dass Antisemitismus in Deutschland weiterhin verbreitet ist.
Um judenfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken, schuf die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg 2018 die hauptamtliche Stelle eines Antisemitismusbeauftragten. Anfang 2021 berief sie dann auf dessen Initiative hin zwei Polizeirabbiner - als bislang einziges Bundesland in Deutschland. Zunächst für zwei Jahre sind Shneur Trebnik und Moshe Flomenmann, der Landesrabbiner von Baden, für die Polizei tätig. Grundlage ist eine Vereinbarung mit den israelitischen Religionsgemeinschaften von Baden und Württemberg.
Polizeirabbiner gibt es sonst nur in Israel und den USA. Anders als dort steht in Baden-Württemberg nicht die Seelsorge im Vordergrund. Trebniks und Flomenmanns Aufgabe ist es in erster Linie, den etwa 35 000 Bediensteten der Polizei jüdisches Leben näherzubringen. "Das gegenseitige Kennenlernen ist wichtig, damit Vertrauen entstehen kann", sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU). Und Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, ist überzeugt: "Der Antisemitismus lässt sich nur durch Aufklärung schwächen."
Coronabedingt haben die Rabbiner bisher Online-Schulungen angeboten. Diese richten sich vor allem an Polizeischüler, werden aber auch von Polizeipräsidien nachgefragt. "Wir beide bekommen sehr viele Anfragen", fasst Trebnik die Resonanz der ersten Monate zusammen.
Ein Ziel des Unterrichts ist, antisemitischen Einstellungen in den Reihen der Polizei entgegenzuwirken. Wenn jemand nach den Gesprächen mit Trebnik und Flomenmann verstanden hat, dass man abfällige Bemerkungen in einer Chatgruppe nicht kommentarlos hinnehmen sollte, werten die beiden das als Erfolg.
Es geht den Rabbinern aber auch darum, die Beamten generell für antisemitische Vorfälle zu sensibilisieren, die ihnen im Alltag begegnen könnten. Darüber hinaus erläutern sie Grundlagen, die für die Polizeiarbeit wichtig sein könnten. Trebnik nennt ein Beispiel: "Ein gläubiger Jude wird am Schabbat auf der Straße nichts bei sich tragen - keinen Hausschlüssel oder Geldbeutel. Er wird also auch keinen Ausweis dabeihaben."
Oft wissen Beamte auch nicht genau, was sie schützen, wenn sie vor einer Synagoge für Sicherheit sorgen. Rabbiner Trebnik zeigt den Polizeischülern deshalb im Videostream, wie es in der Synagoge aussieht. Er präsentiert den Thoraschrein, erklärt die religiöse Praxis, beantwortet Fragen. Sein Ziel ist, dass Menschen andere Überzeugungen respektieren. Das klingt selbstverständlich, ist aber nicht immer leicht, wie er einmal bei der persönlichen Begegnung mit einem älteren Beamten erfahren hat. Der habe gar nicht nachvollziehen können, warum man sich christlichen Feiertagen verweigert, erinnert sich Trebnik. Also hat ihm der Rabbiner die Thorarollen gezeigt und versucht zu vermitteln, dass eine Religion mit solch einer langen Tradition ihre Berechtigung hat: "Wir haben immer noch die identischen Texte der fünf Bücher Mose, die vor 3300 Jahren geschrieben wurden."
Wissen über den jüdischen Glauben könnte vielleicht sogar Leben retten. "Vielen Beamten ist nicht klar, an welchen Feiertagen man in den Synagogen mehr Besucher erwarten sollte", sagt Trebnik. Der Anschlag auf die Synagoge von Halle fand am 9. Oktober 2019 statt, an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag.
Wichtig ist dem 45-Jährigen auch, dass sich die Wahrnehmung jüdischen Lebens nicht auf Anschläge oder den Holocaust beschränkt. "Jüdische Gemeinden sollten nicht als Schutzbefohlene und Sorgenkinder behandelt werden", findet Trebnik. "Das sind lebendige Gemeinden." Wenn Polizisten für den Schutz jüdischer Einrichtungen zuständig sind, sollte ihnen das bewusst sein. "Da schützt man nicht ein Museum oder Mahnmal."
Generell sei die Zusammenarbeit mit der Polizei sehr gut, findet der Rabbiner. Trotzdem war er beeindruckt, wie groß die Solidarität nach dem Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge war. An jenem Samstag seien mehrere Beamte der Kriminalpolizei weit weg auf einem Ausflug gewesen, erzählt er. "Die haben alles liegen gelassen und sind nach Ulm zurückgefahren."  Ende Längeres Zitat 
► "welt.de"-Artikel von Katja Hoyer [deutsch-britische Historikerin] mit der Überschrift "GROSSBRITANNIEN / In London wird über ein Holocaust-Mahnmal gestritten" (Donnerstag, 26. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Mit diesem berühmten Satz hat der Philosoph Ludwig Wittgenstein auf die Zusammenhänge zwischen Sprache und Wahrnehmung hingewiesen. Wofür wir keine Worte haben, dafür haben wir auch kein Konzept und vice versa. Diese Tatsache könnte erklären, warum sich die Briten im Augenblick über ein Holocaust-Mahnmal streiten, denn ein Wort für Mahnmal gibt es in der englischen Sprache nicht.
Das Geschichtsbewusstsein ist im Vereinigten Königreich an sich stark ausgeprägt. Der Remembrance Day, zum Beispiel, mit dem am 11. November jedes Jahres seit 1919 an das Ende des ersten Weltkrieges erinnert wird, ist ein landesweites Ereignis an dem alle Schulen und öffentlichen Institutionen teilnehmen. Die Schweigeminute um 11 Uhr bringt das Leben für einen Moment zum Stillstand während man der Kriegstoten aller bewaffneten Konflikte seit 1914 gedenkt.
Natürlich gibt es zum Ersten Weltkrieg und anderen einschneidenden Erlebnissen der britischen Geschichte auch Denkmäler, wie zum Beispiel den Londoner Kenotaph, eine leere symbolische Grabstätte, die den „Glorious Dead“ („Ruhmreichen Toten“) des ersten Weltkrieges gewidmet ist.
Aber diese Stätten sind eben Denkmale – „Memorials“, keine Mahnmale. Sie feiern fast allesamt die britische Geschichte. Natürlich werden tragische Aspekte wie Tod, Opferbringung und Unrecht angesprochen, aber meist unter dem Aspekt, dass diese negativen Erfahrungen überwunden worden sind. Das Denkmal übernimmt dadurch fast immer einer feierliche, oftmals sogar triumphale Funktion.
Im Herzen der englischen Hauptstadt stehen daher Memorials wie die 51 Meter hohe Nelsonsäule auf dem Trafalgar Square, die an die siegreiche Seeschlacht des britischen Admirals gegen Napoleons französische Flotte erinnert, welche 1805 das Zeitalter der britischen Vorherrschaft auf See einläutete. Da Nelson dabei auch noch wortwörtlich den Heldentod starb, zementierte sich seine Legende und räumt der Statue einen besonderen Platz in der nationalen Erinnerungskultur ein.
In Deutschland ist uns diese Form der Erinnerungskultur seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sehr fremd. Wir tun uns schwer, alte Denkmale zu erhalten, wie zum Beispiel am Streit um die aufwendige Restauration der Bismarck-Statue in Hamburg zu erkennen ist. Erinnerungsorte, die seit 1949 neu erschaffen worden sind, nehmen daher fast ausschließlich eine Mahnmalsfunktion an. Stolpersteine und Gedenktafeln im Kleinen, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte im Großen.
Der Kunsthistoriker Neil MacGregor, der als ehemaliger Direktor des Britischen Museums in London und Intendant des Berliner Humboldtforums sowohl die britische als auch die deutsche Erinnerungskultur kennt, beschrieb den Kernunterschied vor ein paar Jahren so: „In Großbritannien nutzen wir unsere Geschichte, um Mut zu schöpfen, sodass wir uns stärker fühlen und uns daran erinnern, dass wir am Ende immer, immer im Herzen gute Menschen waren.“ Deutschlands Erinnerungskultur bestünde dagegen aus Mahnmalen, die an die Schandtaten der Menschen erinnern, was MacGregor für „gründlich und mutig“ hält.
Es ist daher wohl kaum verwunderlich, dass ein geplantes Holocaust-Mahnmal in Großbritannien eine Kontroverse ausgelöst hat. Das riesige Projekt wird über 100 Millionen Pfund kosten und soll neben 23 großen Bronzeskulpturen auch einen Gedenkpark und ein Lernzentrum beinhalten in dem die Zeitzeugenberichte von 112 britischen Holocaust-Überlebenden bewahrt werden. Es entsteht im Herzen des Regierungsviertels, direkt neben dem Westminsterpalast, dem Sitz des britischen Parlamentes. Diesen Ort hat der zuständige Staatssekretär Chris Pincher jetzt vorgeschlagen und damit das Planverfahren eröffnet.
In Deutschland, wo sich aus historischen Gründen seit 1949 eine Mahnmalskultur entwickelt hat, würde sich die Frage wohl eher nicht stellen, die im Vereinigten Königreich umgeht seit das neue Holocaust-Mahnmal Ende Juli endgültig grünes Licht bekommen hatte: Warum brauchen wir das?
Gegner des Projektes stellen nun genau diese Frage und unter Ihnen sind auch jüdische Briten. Sie verweisen darauf, dass es schon viele Denkmäler zur Holocaust-Geschichte gibt: eins an der Liverpool Street Station, das an den Kindertransport erinnert, eine Statue von Frank Foley, der als MI6 Agent vielen Juden zur Flucht verhalf und das Holocaust Memorial im Hyde Park, zum Beispiel. Außerdem gäbe es bereits ausgezeichnete Bildungsorte zum Thema wie die ständige Ausstellung im Imperial War Museum, die gerade wieder für 30,5 Millionen Pfund erneuert wird, und die Wiener Library.
Niemand bezweifelt, dass die Erinnerung an den Holocaust erhalten werden muss – er ist bemerkenswerterweise das einzige Thema, das verpflichtend im zentralen Geschichtslehrplan verankert ist und damit an allen staatlichen Schulen gelehrt wird. Aber selbst einige Zeitzeugen sprechen sich gegen das neue Mahnmal aus, weil es sein Ziel verfehlen würde. Ein beliebter Park und ein Spielplatz müssen weichen. Das Gelände muss ständig vor Vandalismus und anderen Attacken gesichert werden. Ob der zentrale Platz im Herzen der Nation der richtige ist, um an die grausamen Verbrechen zu erinnern, die von Deutschland ausgingen, darüber wird trotzdem gestritten.
Großbritannien hatte seinen einen Weg gefunden: Es unterrichtet, zeigt und erklärt seinen Bürgern den Holocaust. Dass das neue Denkmal in London gebaut wird, steht nun trotzdem fest.  Ende Längeres Zitat 
► "sueddeutsche.de"-Artikel von Hubert Wetzel mit der Überschrift "Diplomatie / Die Warnung" (Freitag, 27. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Besuch des neuen israelischen Premiers Naftali Bennett in den USA wird von manchen dort als Neuanfang bezeichnet. Das kann man so sehen. Bis vor einigen Monaten regierten in Washington und Jerusalem Donald Trump respektive Benjamin Netanjahu, die zusammen ein kumpeliges Duo ergaben. Trump ließ Netanjahu im Umgang mit den Palästinensern freie Hand, schenkte ihm eine US-Botschaft in Jerusalem und die Anerkennung der Golan-Höhen als israelisch. Im Gegenzug schloss Netanjahu Frieden mit einigen arabischen Ländern, mit denen Israel keinen Krieg führte.
Jetzt hat das Personal gewechselt, statt Trump sitzt Joe Biden im Weißen Haus, Netanjahu wurde von Bennett abgelöst. Wird nun alles gut? Gehen alle zurück auf "Los"? Wird Amerika wieder zum "ehrlichen Makler", der sich um Frieden zwischen Israel und den Palästinensern bemüht?
Eher nicht. Dass Biden an der amerikanisch-israelischen Allianz nicht rütteln will, konnte man im Mai während des Gaza-Kriegs sehen. Da war es Joe Biden, der dem damals noch regierenden Netanjahu weitgehend freie Hand ließ. Wer - wie man hinzufügen muss, in sehr naiver Verkennung der Lage - auf eine grundlegende Neukalibrierung der amerikanischen Nahostpolitik unter Biden gehofft hatte, wurde enttäuscht.
Das ist beruhigend für Bennett, der, was die Palästinenser angeht, kaum weniger Hardliner ist als Netanjahu. Aber wenn Bennett aufgepasst hat, dann hat er gemerkt, dass es nicht "die Amerikaner" waren, die Israel im Krieg gegen die Hamas den Rücken gestärkt haben. Es waren nicht einmal "die Demokraten", auf die Israel sich bisher stets verlassen konnte. Es war Joe Biden persönlich, obwohl der linke Parteiflügel empört aufschrie und selbst viele Mitte-Demokraten Israel schärfer denn je kritisierten. Das war eine Warnung: Israels Status als fast unantastbarer Verbündeter ist in Washington nicht auf ewig garantiert. Joe Biden ist einer der Letzten, der die Allianz noch so bedingungslos sieht.
Biden steckt derzeit bis zum Hals in der Afghanistan-Krise - Bennett selbst bekam das zu spüren, als das Weiße Haus sein für Donnerstag geplantes Treffen mit dem Präsidenten wegen des Anschlags in Kabul platzen ließ und auf diesen Freitag verschob. Diese Krise hat Biden zum Teil selbst zu verantworten. Zum Teil aber hat er sie von Trump geerbt, der Anfang 2020 mit den Taliban einen Abzugsvertrag ausgehandelt hat, der einer Kapitulation der USA gleichkam. Das amerikanisch-israelische Verhältnis leidet unter einer ähnlichen Erblast: Iran und dessen Nuklearprogramm.
Trump hat, sehr zur Freude Netanjahus, das Atomabkommen mit Teheran 2018 gekündigt. Trotz neuer, harter Sanktionen ist Iran seither dem Besitz von Atomwaffen deutlich nähergekommen. Wollte Teheran eine Bombe bauen, bräuchte es dafür wohl nur ein paar Monate.
Biden und Bennett wollen dieses Problem lösen, allerdings auf unterschiedliche Art. Der US-Präsident möchte das Atomabkommen wiederbeleben, was sich als schwierig erweist. Der israelische Premier will hingegen eine militärische Drohkulisse aufbauen, was ohne die glaubhafte Unterstützung der US-Regierung nicht geht. Netanjahu hat immer wieder versucht, Washington öffentlich auf die militärische Option festzunageln. Biden wird sich eine derartige Guerilla-Diplomatie nicht bieten lassen. Ein Krieg gegen Iran ist so ziemlich das Letzte, was er will.
Wenn die Vergangenheit so bestimmend ist für die Gegenwart, kann man wohl kaum von einem Neuanfang sprechen. Eher von einer Fortsetzung: neue Personen, aber die alten Probleme.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "dw.com"-Artikel mit der Überschrift "Jüdisches Leben / Jung, jüdisch, deutsch: Die selbstbewusste Generation" (Freitag, 27. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sie sind Juden, leben in Deutschland und gehören als Enkel von Holocaust-Überlebenden der sogenannten Dritten Generation" an. Die Sopranistin Shai Terry, die Autorin und Feministin Laura Cazes, der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman und Deborah Feldman, Autorin des Welterfolgs "Unorthodox". Der autobiografische Roman ihrer Kindheit und Jugend in einer strenggläubigen, chassidischen Gemeinde in New York hat Feldman auf einen Schlag berühmt gemacht. Seit der Verfilmung der gleichnamigen, mit dem Emmy ausgezeichneten Netflix-Serie ist sie einem Millionenpublikum bekannt.
Auf dem Podium der DW zu "Jüdisches Leben in Deutschland. Dritte Generation im Aufbruch" sprachen die vier Künstler, Autoren und Intellektuelle über Identität und Zugehörigkeit. Die Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin reiht sich ein in das Programm zum Festjahr "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland". Verhandelt werden sollen eher die Zukunftsfragen des Judentums als die Vergangenheit.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Sven Felix Kellerhoff mit der Überschrift "Theodor Herzl / Der Staat Israel war seine Idee" (Sonntag, 29. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Anspruch war gewaltig: „Wir wollen den Grundstein legen zu dem Haus, das dereinst die jüdische Nation beherbergen wird. Die Sache ist so groß, dass wir nur in den einfachsten Worten von ihr sprechen sollen.“ Das war der erste substanzielle Satz, den Theodor Herzl am 29. August 1897 in der Vormittagssitzung des ersten Zionistenkongresses sagte. Als einer „der Einberufer dieses Kongresses“, wie er bescheiden sagte, in Wirklichkeit als wichtigster Kopf hinter dem Treffen, hielt er – nach dem Alterspräsident – die wesentliche Begrüßungsansprache.
Für Herzl ging mit dem Treffen von 204 Abgesandten jüdischer Gemeinden aus aller Welt ein Traum in Erfüllung, der freilich nur der erste Schritt war. 1896 hatte er sein Werk „Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage“ veröffentlicht, mit etwa mehr als 21.000 Wörtern eher eine größere Broschüre als ein richtiges Buch.
Darin regte Herzl an, das seit einigen Jahrzehnten deutlich zunehmende Problem des Antisemitismus zu lösen, indem für Juden eine nationale Heimstatt gegründet werde. Herzl hatte den Text unter dem Eindruck der antisemitischen Dreyfus-Affäre in Frankreich geschrieben, die ihm zeigte, dass der Weg der Assimilation nicht wie erhofft den Rassenwahn austrocknen würde.
Nötig sei daher, einen jüdischen Staat zu gründen, und zwar in Palästina, der historischen Heimat des Judentum (Herzl diskutierte in seinem Buch auch die Möglichkeit, einen solchen Staat in Argentinien zu gründen, kam davon aber wieder ab). Wichtig war ihm, dass der künftige Judenstaat durch Verträge mit den Großmächten Europas ins Leben gerufen würde, nicht gewissermaßen „wild“ durch ungeordnete Auswanderung von Juden in die Levante.
Der Basler Kongress gründete die World Zionist Organization, als deren Präsident Herzl gewählt wurde, und formulierte ein Programm. Dessen Kernbotschaft lautete: Alle Juden, die sich „nicht anderswo assimilieren können oder wollen“, sollten in eine staatlich organisierte „Heimstatt in Palästina“ auswandern dürfen.
Nach dem Ende des Treffens schrieb Herzl Anfang September 1897 in sein Tagebuch: „Fasse ich den Basler Kongress in einem Wort zusammen (das ich mich hüten werde öffentlich auszusprechen), so ist es dieses: In Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es jeder einsehen.“
Mit seiner zweiten Schätzung traf Herzl fast genau ins Schwarze: Tatsächlich rief David Ben Gurion am 14. Mai 1948 in Tel Aviv den Staat Israel aus, übrigens unter einem Porträt Herzls. Von Anfang an machte dieser Staat sich das Programm des Vordenkers zu eigen: Heimstatt zu werden für Juden aus aller Welt, die in ihrer eigentlichen Heimat verfolgt, bedrängt oder anderswie unter Druck gesetzt wurden. Auch das Ziel, diesen Staat im Einvernehmen zu gründen, strebte Ben Gurion an – die Unabhängigkeitserklärung beruhte auf dem Teilungsplan der Vereinten Nationen für Palästina. So eine Organisation hatte sich der Vordenker ein gutes halbes Jahrhundert zuvor noch nicht vorstellen können.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "deutschlandfunk.de"-Interview von Dirk Müller mit John Kornblum [ehemaliger US-Botschafter in Deutschland] mit der Überschrift "StartseiteInterview / «Wir wissen seit Jahren nicht mehr, was wir da machen»" (Montag, 30. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Kornblum: ... Ein Hauptproblem – das Problem sieht man in der Debatte in Deutschland, aber auch sehr stark in den Vereinigten Staaten – ist, dass wir seit mehreren Jahren nicht mehr wissen, was wir da machen, wofür wir eigentlich kämpfen: Ist das ein Anti-Terror-Unternehmen oder hat das irgendwas mit Nation Building, wie man sagt, mit der Entwicklung des Landes und der gesellschaftlichen Ausbreitung der Demokratie etc. zu tun? Diese zwei Ziele haben nebeneinander existiert, ohne dass das eine oder andere eigentlich durchgesetzt werden könnte, und jetzt sitzen wir da ohne Strategie, aber die Politiker wissen, sie wollen weg, und sie wissen aber nicht, wie sie das tun sollen.
Müller: Warum hat der Präsident keine Strategie?
Kornblum: Weil die Strategie in der westlichen Welt total durcheinander ist. Und hier muss ich sagen – und ich weiß, die Diskussion in Deutschland ist auch schon ziemlich aktiv –, wenn Sie genau nachforschen, wie die westliche Strategie sich entwickelt hat in den ersten Jahren ab der Petersburger Konferenz 2001, ist die Strategie des Nation Building, die sogenannte Friedensstrategie ausdrücklich auf Wunsch von Deutschland konzipiert worden, durchgesetzt von Deutschland, durchgesetzt von Schröder und Fischer vor allem – vor allem, weil man das Wort Krieg aus dem Wortschatz nehmen wollte für die NATO und für den Westen. Ab, sagen wir, Anfang 2002 hatten wir zwei Strategien nebeneinander: Einmal El Kaida ausrotten und einmal Nation Building. Und Nation Building war ohne Frage eine deutsche Erfindung.
Müller: Und das ist jetzt gescheitert?
Kornblum: Das musste scheitern, weil wir hatten weder die Ressourcen, noch die Kenntnisse der Lage, noch die Möglichkeit, das Land so zu beeinflussen, dass es blühende Landschaften dort geben würde, wie man das öfters gesagt hat. Das musste scheitern!
Müller: Das wusste niemand in Amerika in den vergangenen Jahren und hat gesagt, wir müssen davon weg?
Kornblum: Das wussten sehr viele Leute in Amerika und auch in Europa. Aber was ich sagen wollte ist: Das Ziel war nicht nur Terrorismus ausrotten oder nicht nur Nation Building, sondern natürlich den Westen zusammenhalten, auch für die amerikanische Politik in diesen Jahren. Wir dürfen nicht vergessen: Die Politik von George W. Bush war sehr unter Druck gekommen – nicht wegen Afghanistan, sondern wegen Irak. Die amerikanische Politik hat so gerne diese deutsche Strategie angenommen, weil es zeigte, dass wir Ziele und Strategien hatten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von THOMAS THIEL mit der Überschrift "HOLOCAUST-DEBATTE / Rollentausch in der Opferpyramide" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Am Angriff des australischen Historikers Dirk Moses auf die gegenwärtige Form des Holocaust-Gedenkens war vor allem die Wucht überraschend. Das Motiv war der Attacke dagegen leicht abzulesen: Es geht Moses um die Freiheit, den Staat Israel nach Belieben in seinem Existenzrecht anzweifeln zu dürfen. Weder versucht er ernsthaft, seine Behauptung zu belegen, der Holocaust stehe in der Tradition des westlichen Kolonialismus, sei also „nur“ ein abgeleiteter Genozid, noch überzeugt seine Verniedlichung des Nationalsozialismus zum kompensatorischen Sicherheitsunternehmen. Moses’ Pamphlet, das in irritierend versachlichender Weise von der „Wiederaufforstung“ der Juden in Deutschland spricht, ist gekennzeichnet von jener selektiven Wahrnehmung von Fakten nach den eigenen weltanschaulichen Zielen, die für die postkoloniale Bewegung typisch ist.
Bei der Kritik an Israel wagt sich Moses nicht selbst aus der Deckung. Vielmehr versucht er, die antiisraelische Boykottbewegung BDS in Deutschland wieder salonfähig zu machen, die besonders in Akademikerkreisen als Sprachrohr der Israel-Kritik benutzt wird. Er nimmt dabei in Kauf, dass die Vollendung der BDS-Ziele zur faktischen Vernichtung der Juden in Israel führen würde, dass die Bewegung zahlreiche Verbindungen zum Terrorismus pflegt und mit den Mitteln der Nötigung und Erpressung auftritt. Moses’ Forderung beschränkt sich auch nicht darauf, den Holocaust vom Sockel der Einzigartigkeit zu holen und ihn — wogegen nichts spricht, solang die Unterschiede gewahrt bleiben — mit anderen kolonialen Verbrechen zu vergleichen. Rassismus und Antisemitismus sollen auch über den Genozid-Vergleich hinaus als Einheit verstanden werden. Dass dieser Vergleich auf die Einebnung von Unterschieden zielt, ist schon deshalb zu erwarten, weil Antisemitismus nicht im Rassismus aufgeht. Juden werden nicht nur dafür gehasst, dass man sie für unterlegen, sondern häufig für überlegen hält.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Clemens Wergin mit der Überschrift "AFGHANISTAN / Der Truppenabzug war ein schwerer strategischer Fehler der Biden-Regierung" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Als das letzte Transportflugzeug der US-Armee am Montag eine Minute vor Mitternacht vom Kabuler Flughafen abhob, ging der längste Krieg zu Ende, den die USA je geführt hatten. Fast 20 Jahre dauerte das Engagement am Hindukusch – und es endete mit einer krachenden Niederlage und der Machtübernahme genau jener Gotteskrieger, die zu vertreiben die Amerikaner vor zwei Jahrzehnten ausgezogen waren.
Diese Niederlage des Westens hat viele Väter. Angefangen mit US-Präsident George W. Bush, der das Land nach der Einnahme durch die Amerikaner schnell vernachlässigte und 2003 lieber einen neuen Krieg im Irak anzettelte und so das Wiedererstarken der Taliban erst möglich machte.
Den Weg zum schmählichen Abzug ebnete dann jedoch Donald Trump mit seinem an der Kabuler Regierung vorbeiverhandelten Deal mit den Taliban, in dem die Amerikaner sich zum Abzug verpflichteten und die afghanische Regierung zwangen, 5000 gefangene Extremisten freizulassen, wodurch die Moral der afghanischen Sicherheitskräfte erodierte.
Letztlich verantwortlich ist aber der neue Präsident Joe Biden, der an Trumps Abzugsdeal festhielt, anstatt das zu tun, was klüger gewesen wäre, nämlich die Taliban weiter mit geringem militärischem Engagement des Westens und dem Einsatz von Spezialkräften zur Unterstützung der afghanischen Armee in Schach zu halten.
... Afghanistan ist deshalb auch nicht in erster Linie eine militärische, sondern eine selbst verschuldete politische Niederlage des Westens. Dessen Führungsmacht USA hat es schlicht an politischem Stehvermögen gemangelt und an strategischer Weitsicht, um die enormen Investitionen des Westens in den vergangenen Jahrzehnten weiter zu schützen und die Fortschritte zu bewahren, die Afghanistan in zwei Jahrzehnten zweifelsohne gemacht hat.
Nach 20 Jahren sind wir also wieder dort angelangt, wo wir vor den Anschlägen des 11. September 2001 schon waren: Afghanistan ist erneut in der Hand der Taliban und wird damit wieder zum Rückzugs- und Operationsgebiet islamischer Terroristen – und zum Sicherheitsproblem für den Westen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BUNDESKANZLERIN / «Bleibende Aufgabe, jüdisches Leben in Deutschland zu stärken», sagt Merkel" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutsche Verantwortung für jüdisches Leben in Deutschland unterstrichen. „Es ist unsere bleibende Aufgabe, jüdisches Leben in Deutschland zu stärken und zu schützen“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin bei der nachträglichen Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2020 des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.
Mit Blick auf die Shoa betonte sie: „Es ist und bleibt Deutschlands immerwährende Verantwortung, die Erinnerung an dieses Menschheitsverbrechen wachzuhalten.“
Anschläge, antisemitische Ausschreitungen, Verharmlosung des Holocausts bei Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und Angriffe auf Männer, die eine Kippa – die jüdische Kopfbedeckung – trügen, dürften niemals geduldet werden, sagte Merkel. „Wir müssen uns mit allen Mitteln und der ganzen Konsequenz unseres Rechtsstaats gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von judenbezogener Menschenfeindlichkeit wenden.“
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, dankte Merkel dafür, dass sie sich in ihrer Amtszeit für das Miteinander der Religionen und Israel eingesetzt und aus der historischen Verantwortung Deutschlands heraus gehandelt habe. Die Kanzlerin zeichne besonders ihre Standfestigkeit, ihre Solidarität mit Israel, ihr Eintreten für die Religionsfreiheit und ihr Engagement gegen Antisemitismus aus. All dies sei nicht abhängig von der politischen Stimmungslage, sondern es geschehe aus Überzeugung.
„In Zeiten, in denen politischer Populismus leider häufig mit vielen Wählerstimmen belohnt wird, ist diese Standfestigkeit höher zu schätzen denn je“, sagte Schuster.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "NAHER OSTEN / Bahrain erstmals mit Botschafter in Israel vertreten" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Bahrain wird erstmals mit einem Botschafter in Israel vertreten sein. Chaled Jussif al-Dschalahma reist am Dienstag zum Amtsantritt in die Küstenstadt Tel Aviv, wie er selbst auf Twitter schrieb. Der Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Alon Uschpiz, schrieb ebenfalls auf Twitter: „Wir freuen uns auf eine zweifellos sehr produktive Amtszeit, um die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern voranzubringen.“
Israel hatte im September 2020 in Washington mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Zuvor hatten nur zwei arabische Staaten, Ägypten und Jordanien, diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von THERESA WEIS mit der Überschrift "JUDENTUM IN DER NACHKRIEGSZEIT / Von toten Städten und neuem Mut" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Wie es den jüdischen Menschen nach dem Sieg der Alliierten über die Nazis erging, ist lange Zeit wenig erforscht worden. Die Schau „Unser Mut. Juden in Europa 1945–48“, die zweite Wechselausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt, widmet sich diesen Erfahrungen. Aufbauend auf einem mehrjährigen Forschungsprojekt des Museums in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow haben die Kuratoren ... persönliche Geschichten zusammengetragen, die die Geschichte greifbar machen ...
Die Lebenswege erzählen anhand von Interviews, Fotos und Objekten von Selbstvergewisserung und dem Wiederaufbau jüdischer Gemeinschaft, aber auch von Flucht, Vertreibung und dem Leben im Lager, das auch nach 1945 das Leben vieler Überlebender bestimmte.
... Die Ausstellung „Unser Mut“ nimmt Besucher insgesamt in sieben europäische Städte mit und erzählt so von den ganz unterschiedlichen Erfahrungen, die Jüdinnen und Juden nach der Schoa machten. Neben Frankfurt, als Zentrum der amerikanischen Besatzungszone stark geprägt als „Drehscheibe“ der Emigration, führt der Weg durch die vielseitig gestaltete Schau unter anderem nach Budapest, der „Stadt der Überlebenden“, in der die jüdische Bevölkerung noch 1945 den Wiederaufbau der zerstörten Synagoge vorantrieb ...  Ende Längeres Zitat 
Fortsetzung Dienstag, der 21. September 2021
 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BERLIN & BRANDENBURG / «Jüdisches Leben und Polizei»: Ausstellung eröffnet" (Mittwoch, 01. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  «Jüdisches Leben und Polizei» heißt eine von der Berliner Polizei erstellte Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet worden ist. Die Ausstellung ist Teil eines Projektes, mit dem die Geschichte jüdischen Lebens in Zusammenhang mit der Polizei Berlin aufgearbeitet werden und ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden soll, teilte die Polizei mit. Im Mittelpunkt des gesamten Projektes stehe das Thema Haltung. Es gehe unter anderem um Polizisten, die sich in Vergangenheit und Gegenwart aktiv gegen Antisemitismus wandten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von KEVIN HANSCHKE mit der Überschrift "ERSTER MILITÄRRABBINER BALLA / «Religiöse Juden in der Bundeswehr müssen selbstverständlich werden»" (Donnerstag, 02. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sechzig junge Luftwaffenoffiziere aus Israel treffen sich an einem heißen Sommertag Anfang Juli mit 15 Offizieren der Bundeswehr. Der Besuch wird geheimgehalten, aus Sicherheitsgründen, heißt es später. Denn der Ort, an dem sich die kleine Delegation trifft, ist geschichtsträchtig – die KZ-Gedenkstätte Dachau bei München. Mit dabei ist Zsolt Balla, der erste Militärrabbiner der Bundeswehr.
Er spricht ein Erinnerungsgebet und tauscht sich mit den Soldaten über die deutsch-israelischen Beziehungen aus. „Es war ein berührender Moment“, sagt Balla rückblickend. Es war seine erste Amtshandlung nach der Ernennung zum jüdischen Militärseelsorger der Bundeswehr am 21. Juni. Seitdem arbeitet der Rabbiner aus Leipzig daran, sei neues, besonderes Amt aufzubauen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von MIRNA FUNK mit der Überschrift "IDENTITÄTSDEBATTE / Wer Jude ist, bestimme ich" (Donnerstag, 02. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich den Schriftsteller Maxim Biller zum ersten Mal traf ... Ich erzählte von meinem Vater, der Jude ist, und von meiner Mutter, die keine Jüdin ist, und sofort sagte Biller: „Dann bist du nach der Halacha auch keine Jüdin!“  Ende Längeres Zitat 
► Aus "de.wikipedia.org/wiki/Max_Czollek":
 Anfang Längeres Zitat  Max Czollek
Rezeption
Maxim Biller kritisierte Czollek in seiner Zeit-Kolumne im August 2021, in der er von einem Gespräch mit Czollek berichtet. Er halte Leute wie ihn nicht aus, „die zurzeit als Faschings- und Meinungsjuden den linken Deutschen nach dem Mund reden“. Biller vergleicht ihn mit dem Schweizer Autor Binjamin Wilkomirski, der vorgab, Holocaust-Überlebender zu sein.[29][30] Auf Billers Vorwurf, Czollek sei kein Jude im Sinne der Halacha, da seine Mutter keine Jüdin ist, folgte eine Debatte über jüdische Identität ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von ALEXANDER JÜRGS mit der Überschrift "JÜDISCHE KINDER IN DER NS-ZEIT / Allein auf der Flucht" (Donnerstag, 02. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Mit einer Ausstellung und einem neuen Denkmal erinnert Frankfurt an jüdische Kinder, die nach 1938 aus der Stadt fliehen konnten. Ihre Eltern, die bleiben mussten, haben den Holocaust meist nicht überlebt.  Ende Längeres Zitat 
► "faz.net"-Artikel von THERESA WEIS mit der Überschrift "JÜDISCHE AKADEMIE FRANKFURT / Selbstzufriedenheit erschüttern als Aufgabe" (Donnerstag, 02. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sie soll jüdische Perspektiven in Debatten bringen und ein Fenster aufstoßen für den Dialog. Nun ist der symbolische Spatenstich für die Jüdische Akademie in Frankfurter Boden gesetzt worden.
Mit einem symbolischen Spatenstich haben Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der Staatssekretär im Bundesinnenminsterium, Markus Kerber, und weitere Politiker mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, den Baubeginn der Jüdischen Akademie gefeiert. Zum Festakt in der Senckenberganlage hatten sich am Donnerstag fast 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Kultur eingefunden.
In seiner Begrüßung sagte Schuster, die Akademie knüpfe an das kulturelle Erbe Frankfurts an. Die Stadt sei in großem Maße von jüdischen Bürgern geprägt worden und sei auch heute eine der wichtigsten jüdischen Städte Deutschlands. Die neue Akademie stoße ein Fenster auf für den Dialog zwischen Religionen, Kulturen und Politik. Sie bringe jüdische Perspektiven in die Debatten und sei vom Geist des jüdischen Lehrhauses und Neugier geprägt. „Selbstzufriedenheit erschüttern, das ist die Aufgabe der Akademie.“
Bouffier und Kerber sprachen in ihren Grußworten von einem Tag der Freude, mahnten jedoch auch, dass der Antisemitismus wachse. Erst wenn eine Veranstaltung wie der Festakt nicht von einer Hundertschaft Polizisten geschützt werden müsse, sei in Deutschland Normalität eingekehrt, sagte Kerber. Die Jüdische Akademie, deren Bauherr der Zentralrat ist, wird die erste überregionale jüdische Institution dieser Art nach der Schoa. Der Bau wurde vom Frankfurter Architekten Zvonko Turkali entworfen; das Projekt wird 34,5 Millionen Euro kosten, die Bund, Land, Stadt und der Zentralrat tragen. 2024 soll die Jüdische Akademie ihre Arbeit unter der Leitung von Sabena Donath und Doron Kiesel aufnehmen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von JOCHEN STAHNKE mit der Überschrift "ÜBERBEVÖLKERUNG IN ISRAEL / «Das überfüllteste der entwickelten Länder»" (Freitag, 03. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Nach dem Regierungswechsel in Israel gab es viele Antrittsreden in der Knesset, doch so eine wie die von Alon Tal hatte es im Parlament noch nicht gegeben. „Ich rufe die Knesset auf, die Herausforderung der Überbevölkerung ernst zu nehmen“, sagte der Abgeordnete. Ihm sei wohl bewusst, was für eine aufgeladene Angelegenheit das Thema sei. Zumal im Holocaust einer von drei Juden ermordet worden sei, so Tal am Rednerpult. „Heute aber ist aus Israel das überfüllteste der entwickelten Länder geworden.“ Er verlangte staatliche Anreize, die Geburtenrate zu reduzieren.
In Israel liegt die bei mehr als drei Kindern pro Frau, mit hohem Abstand die höchste Rate der westlichen Welt. Selbst säkulare Israelis kriegen deutlich mehr Kinder als im Westen. Ultraorthodoxe Frauen kommen in Israel sogar auf sieben Kinder im Schnitt. Wenn das so weitergehe, warnt Tal, dann nähere man sich der Bevölkerungsdichte von Bangladesch.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "sueddeutsche.de"-Artikel von Peter Münch mit der Überschrift "Kabul / Der Jude, der im Land der Taliban bleiben will" (Freitag, 03. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Im Chaos von Kabul ist er nun abgetaucht. Dabei hatte es viele gegeben, die ihm helfen und ihn retten wollten vor den Taliban. Doch kurz vor der geplanten Flucht aus Afghanistan hat sich Zebulon Simantov, 62, in der ihm eigenen Sturheit offenbar noch einmal umentschieden. "Ich werde meine Heimat nicht verlassen", zitiert ein indischer Fernsehsender ihn nun. "Wenn ich gegangen wäre, gäbe es niemanden mehr, der sich um die Synagoge kümmert."
Als "letzter Jude von Kabul" hat es Simantov in den zurückliegenden Jahren zu mancher Schlagzeile gebracht. Gekleidet in die traditionelle afghanische Shalwar Kameez, das lange Hemd mit Pluderhose, und mit der Kippa auf dem Kopf empfing er gern Journalisten in der schlichten Synagoge in der Flower Street, die ihm auch als Wohnstatt dient. Manche berichteten hinterher, dass er Geld oder auch mal Whisky verlangt habe. Früher war er Teppich- und Schmuckhändler, zuletzt lebte er in ziemlicher Armut. Aber er hielt die Stellung und die Torah in Ehren.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "WELTplus"-Artikel von Clemens Wergin mit der Überschrift "Rückschlag für Freiheit / Afghanistan steht für westlichen Niedergang - Wankelmütig, schwach, unzuverlässig" (Sonntag, 05. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Niederlage hat ... auch Folgen weit über die direkte Nachbarschaft Afghanistans hinaus. Es ist das zweite Mal in kurzer Zeit, dass der Westen enge Verbündete im Stich lässt: erst die Kurden in Syrien unter Donald Trump, nun unter Joe Biden die gewählte afghanische Regierung. Das beschädigt unsere Glaubwürdigkeit als Partner, zumal beide Entscheidungen immens politisch waren und nicht etwa unter großem militärischem Druck erfolgten. Der Westen erscheint so als politisch wankelmütig, schwach und unzuverlässig. Keine gute Botschaft, wenn wir in Zukunft in anderen Krisenregionen nach lokalen Partnern suchen.
Noch verheerender ist der Eindruck, verstärkt noch durch den chaotischen Abzugsprozess, dass der islamistische Extremismus 20 Jahre nach "9/11" einen historischen Sieg gegen den Westen davongetragen hat. Die Taliban hatten al-Qaida und ihren Anschlagsplanern einst Asyl und Operationsbasis gewährt und sich nach "9/11" geweigert, al-Qaida auszuliefern, deren islamistische und antiwestliche Ideologie sich weitgehend mit derjenigen der Taliban deckt. Nun ist es den Taliban zwei Jahrzehnte nach der Vertreibung durch die Alliierten gelungen, den alten Zustand von vor "9/11" wiederherzustellen. Sie haben damit gezeigt, dass es nur ausreichend Geduld und Hartnäckigkeit bedarf, um den technologisch weit überlegenen Westen in die Flucht zu schlagen.
... Joe Biden war eigentlich angetreten, den Westen wieder zu einen und zu neuer Stärke zu führen. Seine einsame und überstürzte Entscheidung zur Aufgabe Afghanistans bewirkt nun genau das Gegenteil. Sie wird zum Symbol für den schleichenden Niedergang des Westens und reiht sich ein in die Rückschläge der vergangenen anderthalb Jahrzehnte, in denen der Raum von Freiheit und Demokratie in der Welt kontinuierlich geschrumpft ist.  Ende Längeres Zitat 
► "dw.com"-Artikel von Suzanne Cords mit der Überschrift "Sprachforschung / Kaff und Zoff: Jiddische Wörter in der deutschen Sprache" (Sonntag, 05. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  "Es ist ein Kompliment an eine Sprache, wenn man von dort ein Wort entlehnt, weil man es besonders prägnant oder charmant findet", sagt Ronen Steinke. Der deutsche Buchautor, Journalist und Jurist hat 2020 ein Büchlein über jiddische Begriffe geschrieben, die längst einen festen Platz in der deutschen Sprache haben. Der "Ganove" gehört ebenso dazu wie der "Knast", der "Pleitegeier" oder "Tacheles". Auch "Abzocke" und "Zoff" oder das "Kaff" sind geläufige Ausdrücke, von denen kaum einer weiß, dass sie jiddische Wurzeln haben.
Viele Wörter gefallen Steinke besser als ihre deutschen Pendants: "Du bist 'meschugge' klingt viel lässiger als 'Du bist nicht bei Verstand'", findet er - ähnliches gilt wohl auch für "angeschickert" statt "besoffen" oder "malochen" statt "arbeiten". Nicht zu vergessen: "schmusen" oder über etwas "mosern".
Auf der anderen Seite warnt Steinke davor, dass einige jiddische Wörter heutzutage oft in einer verdrehten und abwertenden Bedeutung benutzt werden, die über die Jahrhunderte hinweg entstanden ist. "Sprache formt das Bild, das wir voneinander haben", sagte Steinke dem Bayerischen Rundfunk. So bezeichne der Begriff "Mischpoke" im Jiddischen einfach nur die Familie, im Deutschen hingegen eine Gesellschaft übler Zeitgenossen. Eine "Ische" ist eigentlich eine Frau, im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch hat man ihr aber auch noch einen zweifelhaften Ruf angeheftet.
"Wenn das im Import in den deutschen Sprachschatz dann so einen negativen Beiklang hat, dann sagt das etwas aus darüber, was für ein Bild von Jüdinnen und Juden da mitschwingt", findet Steinke. Ein Bild, das seiner Meinung schon im Mittelalter entstand, als man Juden aus Armenvierteln oft automatisch mit Dieben gleichsetzte, die ebenfalls dort lebten.
Und Steinke nennt noch mehr Beispiele: "Schachern" etwa - im Jiddischen bedeutet es so viel wie Handel treiben oder Geld verdienen; im Deutschen hingegen benutzt man das Verb, wenn unsaubere Geschäfte gemacht werden. Oder "mauscheln": Wer hinter den Kulissen mauschelt, handelt für sich unter der Hand Vorteile aus.
Dabei, betont Steinke, sei "Mauschel" lediglich die jiddische Form des jüdischen Vornamens Moses. Im 17. Jahrhundert ist daraus dann irgendwann das abfällige Verb mauscheln entstanden - bis heute gebräuchlich. Und auch wenn derartige Wörter heutzutage ohne böse Absicht benutzt werden, stellt Ronen Steinke klar: So eine Wortwahl kränkt jüdische Menschen. "Ich würde es mit kleinen Arsendosen vergleichen", sagt er. "Für sich genommen sind sie nicht giftig, aber wenn man sie über Jahre immer wieder zu sich nimmt, reichern sie eine giftige Wirkung an."
Kein Wunder also, dass Steinke sein Buch "Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt" genannt hat. Es ist ihm wichtig klarzustellen, dass subtile Begriffe oft eine größere Wirkung haben als offensichtliche antisemitische Äußerungen, die sofort auffallen und die man schnell beiseite wischen könne.
Die jiddische Sprache entstand Anfang des 13. Jahrhunderts, als Juden in Deutschland nur in Ghettos wohnen durften. Mit der Zeit flüchteten viele ins benachbarte Königreich Polen, wo sie ihre Religion freier ausleben konnten. Und so vermischten sich im Laufe der Zeit deutsche Vokabeln mit solchen hebräischen Ursprungs und slawischen Wörtern.
Fast zehn Millionen jiddische Muttersprachler lebten einst zwischen Kiew, Riga und Berlin. Nach dem Holocaust ist von den einst blühenden Orten - den Schtetln - nicht mehr viel übrig geblieben. Heute gibt es nur noch wenige ultra-Orthodoxe Gemeinden, die regelmäßig Jiddisch sprechen, schreibt Reinke in seinem Buch.
Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel emigrierte Jüdinnen und Juden hätten das Jiddische als Sprache der Unterdrückten angesehen. Es galt als "alt und schwach, als etwas aus guten Gründen Zurückgelassenes". Auch wenn Jiddisch anfangs noch lange die Muttersprache der israelischen Mehrheit gewesen sein dürfte, wurde erwartet, dass man es hinter sich ließ - um einen Neuanfang zu starten.
Erst heute, im 21. Jahrhundert, interessieren sich viele junge Israelis wieder zunehmend für die Sprache ihrer Vorfahren. In Europa lebt das Jiddische weiter in den Lehnwörtern. Und bei aller Vorsicht vor nicht korrekt benutzten Begriffen findet Steinke, dass sie der deutschen Sprache gut tun. "Manchmal ist das treffendste Wort: Schlamassel."  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "zeit.de"-Interview von Hannes Leitlein und Johannes Schneider mit Josef Schuster [Zentralratspräsident] und Meron Mendel [Direktor der Bildungsstätte Anne Frank] mit der Überschrift "Judentum / Wer ist Jude – und wer nicht?" (Sonntag, 05. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Schuster: Jude ist per Definition, das heißt nach dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha, wer entweder eine jüdische Mutter hat oder vor einem Rabbinatsgericht zum Judentum übergetreten ist ...
... Mendel: Meine Definition ist deutlich breiter. Das Judentum ist ... keine homogene, sondern eine pluralistische Religion ... unter dem Dach des Judentums finden unterschiedliche Auffassungen Platz. Eine wurde gerade von Herrn Schuster vorgetragen ... ... ZEIT ONLINE: Herr Mendel, Sie ... haben in einem Gastbeitrag für ZEIT ONLINE geschrieben: "Zu einem modernen Bild des Judentums in Deutschland gehört eben auch, dass es mehr ist als eine Religion – und auch als Religion nicht auf eine einzige Auslegung festgelegt." ... Mendel: Mir ist erst einmal ganz wichtig, dass ich mir nicht anmaße, jemandem zu sagen "Du bist Jude" oder "Du bist kein Jude". Und ich glaube, dass das auch nicht die Aufgabe des Zentralrats der Juden ist. Er kann natürlich bestimmen, wer bei ihm Mitglied sein darf und was die Kriterien dafür sind. Wenn ich aber bedenke, warum ich so ein überzeugter Jude bin, dann liegt das auch daran, dass das Judentum in seinem innersten Wesen eine sehr pluralistische Religion mit einer sehr lebendigen Streitkultur ist ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Alexander Haneke mit der Überschrift "Besuch bei Charlotte Knobloch / Auf den Spuren jüdischen Lebens in München" (Dienstag, 07. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Seit mindestens 1700 Jahren ist jüdisches Leben ein Teil deutscher Geschichte. Wo zeigt sich das heute in einer Stadt wie München? Mit Charlotte Knobloch auf der Suche.
Wenn Charlotte Knobloch etwas anfängt, lässt sie sich nicht so einfach aufhalten. Der Arbeitstag war wieder lang, und eigentlich glaube sie auch wirklich nicht, dass es sich lohne, aber dann fährt sie doch noch schnell nach Bogenhausen und klingelt an der kleinen Seitentür der Sing- und Musikschule. Kein Pförtner da, der öffnen könnte, nur ein kleines Mädchen mit Geigenkasten, das sich durch einen Spalt herausdrückt. So ist das Tor zumindest offen, und man kann ja mal schauen.
Ein Treffen in München, um nach den Spuren jüdischen Lebens in der Stadt zu suchen und über das Heute zu reden. Wirklich viel zu sehen gibt es nicht ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Alexander Davydov mit der Überschrift "Flucht aus Afghanistan / Das Ende einer jüdischen Geschichte" (Mittwoch, 08. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Lange weigerte sich Zebulon Simentov, Afghanistan zu verlassen. Nun muss der letzte Jude des Landes aus seiner Heimat fliehen. Doch es ist nicht die Angst vor den Taliban, die ihn ins Exil treibt.
... In einem schmucklosen Gebäude in einer ruhigen Nebenstraße von Kabul konnten Besucher bis vor nicht allzu langer Zeit noch die letzte Synagoge Afghanistans besichtigen. Drinnen bewachte der Zweiundsechzigjährige die verbliebenen Relikte seines Volks, aufbewahrt in einem staubigen Gebetsraum hinter vergitterten Fenstern. „Eine Prüfung Gottes“, so beschrieb Simentov seinen einsamen Posten.
Selbst als die Taliban nach dem Abzug der internationalen Truppen Afghanistan vor wenigen Wochen im Sturm eroberten, wollte Simentov noch bleiben. Gegenüber Medien versicherten die neuen Machthaber, man werde Minderheiten nicht verfolgen. Aber die Gefahr blieb allgegenwärtig. „Sein Problem sind nicht die Taliban, sondern der ,Islamische Staat‘ und Al-Qaida“, sagte Moti Kahana dem israelischen Fernsehsender Kan 11. Der amerikanisch-israelische Eigentümer einer privaten Sicherheitsfirma verhalf Simentov letztlich zur Flucht aus dem Land.
Finanziert wurde die Rettungsaktion laut Medienberichten von Moshe Margaretten, einem jüdischen Unternehmer, der sich bereits in der Vergangenheit dafür eingesetzt hatte, Juden aus Krisenregionen in Sicherheit zu bringen. In welchem Land sich Simentov nun befindet, ist noch unklar. Sein Ziel jedoch hat Kahana bereits verraten: Nach 100 Generationen jüdischen Lebens am Hindukusch soll Simentovs eigenes Leben nun in Amerika weitergehen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Mark Siemons mit der Überschrift "Zwanzig Jahre nach 9/11 / Worin wir uns täuschten" (Donnerstag, 09. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  ... Das eigentliche Problem scheint ... nicht in bestimmten politischen Prinzipien, sondern im Absehen von der Kultur zu liegen: Offensichtlich braucht eine Demokratisierung überall Anknüpfungspunkte bei dem, was dort jeweils für gut und heilig gehalten wird, in der durch gesellschaftliche, ökonomische und ideologische Faktoren mitgeprägten kulturellen Konstellation also. Allein die skelettierte Form einer Ordnung, wie sie in westlichen Ländern für selbstverständlich gehalten wird, wirkt nicht aus sich heraus attraktiv.
Die Frage ist, warum dieser schlichte, fast selbstverständliche Umstand so lange wenig bedacht wurde. Nach dem Rückzug aus Afghanistan schimpfen alle auf Regierungen und Geheimdienste, dass sie sich und die Öffentlichkeit so lange über die Wirklichkeit des Landes getäuscht haben. Doch anscheinend hat es auch allzu lange zur Kultur westlicher Gesellschaften selbst gehört, fremde Kulturen als Realität nicht ernst zu nehmen ...
Man stellt sich die Welt dann als eine Art Erweiterung des multikulturellen Westens vor, in dem es zwar unterschiedliche Herkünfte und Glaubensüberzeugungen gibt, die die überwiegende Mehrheit aber im wohlverstandenen Eigeninteresse ohne Weiteres in einen demokratisch liberalen Rechtsrahmen integrieren kann. So betrachtet man die Welt nach dem Muster einer internationalen Hotelkette, in der einem die überall gleichen Wiedererkennungszeichen die Illusion verschaffen, überall zu Hause zu sein – hier sind es die Wiedererkennungszeichen eines liberalen Bewusstseins, die man vom Westen aus in Afghanistan ebenso wie in allen anderen Weltgegenden vorfinden kann, ohne ihren jeweils sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergrund zur Kenntnis nehmen zu müssen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Bundestagswahl / «Reine Augenwischerei» – «Juden in der AfD» kritisieren Warnung jüdischer Organisationen" (Freitag, 10. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Vereinigung „Juden in der AfD“ kritisiert einen Aufruf von jüdischen Organisationen, bei der Bundestagswahl nicht die AfD zu wählen. Die Basis in jüdischen Gemeinden denke völlig anders, erklärte der Vorsitzende Artur Abramovych am Donnerstagabend in Berlin. Sie halte linken und muslimischen Antisemitismus für weitaus gefährlicher als „beispielsweise den sicherlich geschmacklosen, aber letztendlich nur vereinzelten Missbrauch des gelben Sterns“ bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen.
Mehr als 60 jüdische Organisationen, darunter der Zentralrat der Juden in Deutschland, hatten am Donnerstag in einem gemeinsamen Appell davor gewarnt, der AfD bei der Bundestagswahl am 26. September die Stimme zu geben. Der Aufruf sei „reine Augenwischerei“, sagte Abramovych. Den Juden in Deutschland sei damit mitnichten gedient.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "WELTplus"-Artikel von Alan Posener mit der Überschrift "Patriotismus / Deutschland wird zu Recht vom Rest der Welt beneidet" (Freitag, 10. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Deutschland wird zu Recht vom Rest der Welt beneidet. Um unsere Freiheiten, die Vielfalt und Qualität unserer Medien, unsere politische Stabilität, unseren Wohlstand, unseren Mittelstand und unsere Weltfirmen, um die schlichte Tatsache, dass hier fast alles funktioniert.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "WELTplus"-Artikel von Henryk M. Broder mit der Überschrift "Demokratiedefizit? / Angela Merkel geht, die Mitläufer bleiben" (Freitag, 10. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Man könnte meinen, Angela Merkel habe sechzehn Jahre lang mit diktatorischen Vollmachten regiert, ganz nach ihrem Gusto, ohne Rücksicht auf die primären und sekundären Folgen ihrer Politik. Sie hat die Energiewende im Alleingang durchgesetzt, die unkontrollierte Einwanderung zugelassen, den Klimaschutz zur Chefsache erklärt und es sogar geschafft, dass eine Wahl, deren Ausgang ihr nicht gefallen hat, als Fehler eingestuft und rückgängig gemacht wurde.
Damit sich dieses beliebte Narrativ nicht durchsetzt, sollten wir uns über einiges klar werden. Deutschland ist keine Bananenrepublik, es ist ein demokratisch verfasstes Land mit einem soliden Fundament. Die Spielregeln bestimmt das Grundgesetz, die Gewaltenteilung hat sich bewährt, das föderale System ist nicht frei von Schwächen, sorgt aber für einen Interessenausgleich, der eine Machtkonzentration verhindert.
Es gibt ein frei gewähltes Parlament, den Bundestag, dessen Mitglieder nur ihrem Gewissen verantwortlich sind; dem steht der Bundesrat, die Vertretung der Länder, gegenüber. Es gibt sechzehn Landtage, sechzehn Ministerpräsidenten, sechzehn Regierungen; es gibt das Bundesverfassungsgericht, den Bundespräsidenten, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Bundeszentrale und die Landeszentralen für politische Bildung und - ganz am Ende der polit-ökonomischen Eimerkette - Hunderte, wenn nicht Tausende von NGOs, die vom Familienministerium im Rahmen des Projekts "Demokratie leben!" finanziert werden. Von einem "Demokratiedefizit" kann keine Rede sein, eher von einem Überangebot an Mitmachmöglichkeiten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Theresa Weiß mit der Überschrift "Jüdisches Leben in Frankfurt / Was die Steine erzählen" (Samstag, 11. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Einst war er ein Kristallisationspunkt jüdischen Lebens – heute gibt es eine große Leerstelle auf dem Börneplatz in Frankfurt ...
Der Börneplatz war mit der Synagoge, einem Krankenhaus und dem angrenzenden Ostend mit mehr als 100 Betstuben einst ein Kristallisationspunkt jüdischen Lebens, das die Stadt so stark geprägt hat. „Diese Zeit ist seltsam unsichtbar geworden“, sagt Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums. Gemeinsam mit dem Archäologischen Museum und dem Künstlerhaus Mousonturm hat sie in Partnerschaft mit Node – Verein zur Förderung Digitaler Kultur die Veranstaltung „Mapping Memories – Ver(antw)ortung Börneplatz“ geplant.
Das Projekt ist das erste in der Reihe Metahub, die Kultur, Vermittlung und Kunst im öffentlichen und digitalen Raum sichtbar machen will. Gefördert wird es von der Kulturstiftung des Bundes, dem Kulturfonds RheinMain und dem Kulturdezernat der Stadt. Das Besondere daran ist nach Ansicht von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) die Verschränkung von analogen und digitalen Inhalten, die auch für die verschiedenen Akteure eine Schnittstelle schafft. Vom 9. bis 12. September wird der Börneplatz in diesem Rahmen bespielt. Die jüdische Renaissance [Die Zeit zwischen der Emanzipation, dem Ende des Ghettos und der brutalen Vernichtung jüdischen Lebens in Frankfurt] soll sichtbar gemacht werden, die Veranstalter wollen mit den Frankfurter Bürgern ins Gespräch kommen und fragen, wie erinnert werden soll. Auf dem Platz sind dafür Sitzblöcke aus Paletten aufgebaut, die auch eine Reverenz an die archäologischen Funde sind, die während des Baus des städtischen Gebäudes gerettet wurden und auf Paletten lagerten.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Ursula Scheer mit der Überschrift "Porzellan jüdischer Sammler / Der Stolz der Oppenheimers" (Sonntag, 12. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten erst aus Berlin, dann aus Wien von dem jüdischen Sammlerehepaar Oppenheimer notgedrungen abgestoßen; nach Amsterdam gelangt und dort von einem SS-Mann für Adolf Hitlers „Führermuseum“ gekauft; durch die alliierten Monuments Men im Salzbergwerk Bad Aussee sichergestellt; danach jahrzehntelang als Staatsbesitz der Niederlande im Amsterdamer Rijksmuseum, im Kunstmuseum Den Haag sowie im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam bewahrt und schließlich auf Empfehlung des niederländischen Restitutionskomitees an die Oppenheimer-Erben übergeben, die sich nun zum Verkauf entschlossen haben: Das ist in Kürze die Geschichte der exquisiten Sammlung von Meißener Porzellan aus dem frühen 18. Jahrhundert, die am 14. September in New York bei Sotheby’s live zur Versteigerung kommt.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von MATTHIAS RÜB mit der Überschrift "KIRCHE UND JUDENTUM / Der Papst geht demonstrativ auf die Juden zu" (Montag, 13. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Gleich zum Auftakt seiner viertägigen Reise nach Ungarn und in die Slowakei hat Papst Franziskus am Sonntag in Budapest beim ökumenischen Treffen mit Vertretern christlicher Bekenntnisse und der jüdischen Gemeinde vor der „Bedrohung durch den Antisemitismus“ gewarnt. Dieser schwele „immer noch in Europa und anderswo“ wie eine Lunte, die es zu löschen gelte. Die geeigneten Instrumente im Kampf gegen diese fortbestehende Bedrohung seien Zusammenarbeit und Geschwisterlichkeit, sagte der Papst.
In Bratislava (Pressburg) traf Franziskus dann am Montag Vertreter der dortigen jüdischen Gemeinde – auf dem Rybné námestie (Fischplatz), wo einst die Reformierte Synagoge stand. Das Gotteshaus wurde von 1893 bis 1895 errichtet, gleich neben dem mächtigen Martinsdom aus dem 15. Jahrhundert. Die unmittelbare Nachbarschaft der beiden Gotteshäuser auf dem Fischplatz galt als wirkmächtiges Symbol für das Zusammenleben der Religionen sowie auch der verschiedenen Ethnien und Kulturen in Pressburg.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Frederik Schindler mit der Überschrift "JÜDISCHE ALTERSARMUT / Eine Frage der Gerechtigkeit, an der die Bundesregierung scheitert" (Montag, 13. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  „Wir dürfen uns über ein blühendes jüdisches Leben freuen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem Jahr bei einem Festakt in Berlin zum 70. Jubiläum des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Interessenvertretung gründete sich 1950 zunächst mit dem Ziel, hierzulande lebende Holocaust-Überlebende bei der Ausreise nach Israel oder in die USA zu unterstützen. Freiwillig im Land der Täter bleiben wollte fast niemand. „Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können“, schrieb etwa der jüdische Religionshistoriker Gershom Scholem im Jahr 1949 an seinen Kollegen Hans-Joachim Schoeps.
Dass es heute in Deutschland rund 130 jüdische Gemeinden mit rund 100.000 Mitgliedern und weitere 100.000 Juden gibt, die nicht in Gemeinden organisiert sind, ist insbesondere der jüdischen Zuwanderung nach 1991 aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu verdanken. Über 220.000 Menschen folgten bis 2005 der Einladung der Bundesregierung, als „Kontingentflüchtlinge“ nach Deutschland zu kommen. Ohne diese Zuwanderung wären damals viele überalterte und kleine Gemeinden nicht überlebensfähig gewesen. Rund 90 Prozent der in Deutschland lebenden Juden gehören heute zu dieser Gruppe der russischsprachigen Zuwanderer und ihrer Nachkommen.
Um diese Menschen geht es, wenn in großen Worten von einem „blühenden jüdischen Leben“ die Rede ist, das aus einer historischen Verantwortung heraus beschützt werden müsse und für das man unglaublich dankbar sei. Schätzungsweise 70.000 dieser Zuwanderer sind im Alter auf Grundsicherung angewiesen, weil ihre Rente zum Leben nicht reicht.
Das Problem der weit verbreiteten Altersarmut unter den in Deutschland lebenden Juden ist seit vielen Jahren bekannt. Der Grund: Im Gegensatz zur Gruppe der Spätaussiedler, deren Aufnahme ebenfalls mit einer besonderen Verantwortung aus der Geschichte begründet worden war, werden die Sozialversicherungsansprüche aus den Herkunftsstaaten bei der Rentenberechnung in Deutschland nicht anerkannt.
... Immer wieder war die Regierung an das ungelöste Problem erinnert worden. Für die jüdische Community ist es eine Frage der Gerechtigkeit, nach der Einladung durch den deutschen Staat im Alter nicht unverschuldet in Armut zu geraten ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Rafael Seligmann mit der Überschrift "BEDROHUNG IRAN / Den Preis für die Wiederannäherung des Westens muss Israel zahlen" (Montag, 13. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Der Rückzug des Westens aus Afghanistan verleiht den iranischen Hardlinern Auftrieb. Das Mullah-Regime wird so auch wieder zu einer besonders großen Bedrohung für Israel ...
Die Sicherheit Israels ist zu Beginn des neuen jüdischen Jahres 5782 gefährdet wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Anlass ist die politisch-militärische Flucht der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten aus Afghanistan. Sie wurde in Iran und in Israel gleichermaßen beobachtet. Die entscheidende strategische und politische Gefahr für den jüdischen Staat geht von Iran aus. Dessen Mullah-Regime unter dem„obersten Führer“ Ali Khamenei fordert kategorisch die Vernichtung des jüdischen Staates. Die militärische Ausführung, einschließlich des Aufbaus eines Raketen- und Atomprogramms, liegt in Händen der Revolutionsgarden.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Elio Adler [Vorsitzender der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V.] mit der Überschrift "OFFENER BRIEF AN DEN WDR / Betrifft: Ihre Moderatorin Nemi El-Hassan" (Montag, 13. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sehr geehrte Damen und Herren, mit großer Irritation haben wir zur Kenntnis genommen, dass die neue Moderatorin Ihres renommierten Wissenschaftsmagazins „Quarks“, Nemi El-Hassan, 2014 am antisemitischen Al-Quds-Marsch teilgenommen hat. Wie weitere Bilder belegen, war sie fest in die Demonstration eingebunden und hat auch aktiv Parolen gerufen.
Der Al-Quds-Marsch ist die größte regelmäßig stattfindende antisemitische Demonstration in Deutschland ...
... Eine Mitarbeiterin an prominenter Stelle, die sich derartig positioniert hat, ist für die größte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unseres demokratischen Staates nicht tragbar.
Da dies nicht das erste Mal ist, dass Sie einen problematischen Umgang mit potenziell islamistischen Akteuren zeigen, bitten wir Sie dringend, sich ernsthaft mit den Mechanismen auseinanderzusetzen, die dies ermöglicht haben.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "SCHUM-STÄTTEN SPEYER, WORMS UND MAINZ / Eine sehr persönliche Reise in die jüdische Kultur" (Montag, 13. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Jonathan Kalmanovich – besser bekannt als Rapper Ben Salomo – machte sich im August 2021 auf die Suche nach seinen Wurzeln und besuchte die SchUM-Stätten. Es ist eine Expedition, die ihn mehr als 1000 Jahre in die Vergangenheit führte - beeindruckend und sehr persönlich.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von RÜDIGER SOLDT mit der Überschrift "NEUES ARCHIV / Gedächtnis des jüdischen Lebens" (Dienstag, 14. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Zur Dokumentation des jüdischen Lebens in Deutschland nach 1945 ist in Heidelberg am Dienstag ein neues Zentralarchiv eröffnet worden. „Das Zentralarchiv birgt einen Schatz, das Gedächtnis der jüdischen Gemeinden“, sagte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. Für die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg nahm Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) an dem Festakt teil. „Ich bin froh, dass es für die Dokumentation des jüdischen Lebens in Deutschland nun ein modernes Archiv gibt, in dem das Archivgut sicher aufbewahrt und auch digitalisiert werden kann“, sagte Bauer der F.A.Z. Der neue Standort im Landfried-Komplex in der Nähe des Heidelberger Bahnhofs sei gut gewählt, weil jüdisches Leben in Deutschland in einem lebendigen Viertel „sichtbar“ werde.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Stefanie Stadel mit der Überschrift "MAX-STERN-AUSSTELLUNG / Düsseldorfs Mangel an Feingefühl" (Dienstag, 14. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Mit einer Ausstellung über den jüdischen Kunsthändler Max Stern brüskiert das Düsseldorfer Stadtmuseum dessen Erben – und das schon zum zweiten Mal. Die Ausstellung schlägt Wellen, was aber kaum mit ihr selbst, sondern eher mit ihrer Vorgeschichte zu tun hat.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Reiner Burger mit der Überschrift "Polizeieinsatz in Hagen / «Es bestand die Gefahr eines Anschlags auf die Synagoge»" (Donnerstag, 16. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Nach einem großen Polizeieinsatz an der Synagoge in Hagen hat es nach Angaben der Polizei vier Festnahmen gegeben. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Donnerstagmorgen am Rande einer Vereidigungsfeier angehender Polizisten in Köln zunächst nur die Festnahme eines syrischen Jugendlichen bestätigt. „Es bestand die Gefahr eines Anschlags auf die Synagoge in Hagen“, sagte Reul. „Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert.“ Eine ausführliche Stellungnahme zu dem Fall kündigte er für 13 Uhr an. Aus Sicherheitskreisen hieß es, ein 16 Jahre alter Syrer stehe im Verdacht, eine Sprengstoffattacke auf die Synagoge in Hagen vorbereitet zu haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Alan Posener mit der Überschrift "Gedenken / Warum Luxemburg über tote Wehrmachtssoldaten streitet" (Donnerstag, 16. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die weit verbreiteten „Stolpersteine“ sollen keineswegs nur an ermordete Juden erinnern. Ihr Erfinder [Gunter Demnig] hat längst auch andere Opfergruppen im Sinn. Nun ist eine weitere dazu gekommen, von der die wenigsten Deutschen etwas wissen. Und das sorgt für Ärger im kleinen Nachbarland.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "sueddeutsche.de"-Artikel von Nele Pollatschek mit der Überschrift "Jüdische Identität / Unter Gaffern" (Freitag, 17. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ich hatte ursprünglich einen enorm komischen Anfang für diesen Artikel: In diesem Anfang erkläre ich gleich im ersten Satz "der Aufrichtigkeit zuliebe", nicht jüdisch zu sein, kurz danach kommt aber raus, dass ich sehr wohl jüdisch bin und nur deshalb das Gegenteil behauptete, weil Maxim Biller auf einem Literaturfest vor einem guten Dutzend jüdischen Schriftstellern (unter anderem mir) sagte, er und Robert Menasse seien die einzigen jüdischen Schriftsteller im deutschsprachigen Raum. Und später in dem enorm komischen Anfang drücke ich Maxim Biller und Max Czollek an meinen knietief baumelnden Babushka-Busen und flüstere: "Bubele, keiner schriftstellert so jüdisch wie ihr." Wie gesagt, enorm komisch ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Hamburg / Antisemitischer Angriff bei Mahnwache gegen Antisemitismus" (Montag, 20. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ein Teilnehmer einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus in der Hamburger Innenstadt ist Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Der 60-Jährige sei am Samstagnachmittag in der Mönckebergstraße erst antisemitisch beleidigt und dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden, teilte die Polizei am Montag mit.
Der Täter – ein etwa 18 bis 25 Jahre alter Mann – sei ... entkommen. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts habe die Ermittlungen übernommen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Antisemitische Beschimpfungen in Offenbach / Mann attackiert" (Montag, 20. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ein 27-Jähriger hat in Offenbach vier Menschen antisemitisch beschimpft und einen von ihnen angegriffen. Er habe dem 46 Jahre alten Mann gegen das Bein getreten und so leicht verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Eine alarmierte Polizeistreife nahm den mutmaßlichen Täter kurz nach dem Vorfall am Samstagmittag vorläufig fest. Dabei beleidigte er die Polizisten. Wegen der antisemitischen Äußerungen ermittelt nun der Staatsschutz der Kriminalpolizei.  Ende Längeres Zitat 
 Censeo → 
1. Das Judentum mag als Traditionsverband ein prähistorisches Fossil sein, aber seine Philosophie ist so aktuell wie das älteste Gewerbe der Welt: der Tanz ums Goldene Kalb.
Ungeachtet aller Tarnungs-, Täuschungs-, Verschleierungsmanöver hinsichtlich seiner philosophisch-weltanschaulichen Identität, ungeachtet aller Taktik und Dialektik, ungeachtet aller opportunistischer Volten und Winkelzüge bezüglich seiner Positionierung im gesellschaftlichen Kräftespiel, hat der Jude sein spezifisches Welt- und Menschbild, das ihm Orientierung, Richtung, Halt gibt. Man könnte sagen, nichts ist festgefügter als die Identität des Juden.
 
2. Die Vorstellung des Juden von der Art der zwischenmenschlichen Beziehungen, sein Bild vom Menschen, sein Konzept von der Gesellschaft, seine Idee von der Menschheit, all das unterscheidet sich prinzipiell von der Auffassung, die der christlich-abendländische Mensch von diesen Dingen hat.
Alle diese Dinge sind wechselseitig aufeinander bezogen, eins bestimmt das andere, eins geht aus dem anderen hervor. Zusammen bilden sie das Welt- und Menschenbild, das eine Gruppe von Menschen hat.
Der Jude hat ein anderes Welt- und Menschenbild als der westlich-abendländische Mensch.
Dieser Unterschied zwischen westlicher und jüdischer Auffassung von der Menschheit führt dazu, daß buchstäblich sämtliche grundlegenden Begriffe der politischen Philosophie (Humanismus, Humanität, Zivilisation, Rationalismus, Vernunft, Liberalismus, Freiheit, Demokratie, Recht, Menschenrechte, Christentum, Frieden, Fortschritt etc.) für den Juden eine andere Bedeutung haben als für den westlich-abendländischen Menschen.
 
3. Der Kern des jüdischen Menschenbildes ist die Gleichsetzung von wirtschaftlichem Erwerb einerseits und vernunftmäßigem Handeln andererseits.
Wenn der Jude sich über Rationalität oder Rationalismus ausläßt, meint er das zweckmäßige Verhalten im wirtschaftlichen Wettbewerb.
Folgt der Mensch seinem Gefühl, seiner Intuition, seinem Instinkt, seinem Gewissen, dann ist das für den Juden Vitalismus bzw. Naturalismus.
Rationalismus auf der einen und Vitalismus bzw. Naturalismus auf der anderen Seite bilden den Gegensatz, mit dem der Jude philosophisch arbeitet.
Vitalismus bzw. Naturalismus ist für den Juden irrational, gefährlich, böse, allein Rationalismus ist akzeptabel.
Der Gedanke des Menschlichen ohne Berücksichtigung der Sphäre des Vitalen, des Natürlichen, des Vegetativen, also des Unwillkürlichen, Unbewußten, Spontanen, Gefühlsmäßigen macht die Unterscheidung von Gut und Böse aber bedeutungslos.
Die Verabsolutierung von Rationalismus bzw. die Diskreditierung von Vitalismus/Naturalismus lenkt ab von der eigentlichen moralphilosophischen Frage nach Gut und Böse.
Wir müssen uns orientieren am Gegensatz zwischen Gut und Böse, nicht zwischen Rationalismus und Vitalismus / Naturalismus.
Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse berücksichtigt die ganze Existenz, die in der Einheit von Verstand und Gefühl besteht.
Das Moralverständnis methodisch auf ein Entweder-Oder zwischen Rationalismus und Vitalismus zu reduzieren ist eine unzulässig einseitige Beschreibung der Realität.
Das Moralische mit dem Rationalen gleichzusetzen ist Scholasmus, Schwindel, Scharlatanerie.
Die MORAL, wie überhaupt die WAHRHEIT, liegt in der Einheit von Rationalismus und Vitalismus.
Moral- und Wahrheitsbestimmung ohne diese Überzeugung bzw. Einsicht ist Fake.
 
4. Der größte Fake bzw. das größte Vergehen des Juden ist seine Pose als Sprecher, Sachwalter, Anwalt, Champion der "Menschheit". Das Menschheitskonzept des Juden ist ein anderes als das des Westens.
Das westliche Menschheitskonzept sieht keinen Widerspruch zwischen der Einheit der Menschheit und der Vielfalt von Völkern, Nationen, Stämmen, politischen Gemeinschaften, während der Jude hier ausdrücklich einen Gegensatz konstruiert.
Für den Juden liegt die Einheit der Menschheit in der Überwindung der Unterschiedlichkeit von Völkern, Nationen, Stämmen, während der Westen die Existenz von Völkern, Nationen, Stämmen in ihrer jeweiligen besonderen Eigenart respektiert und ausdrücklich für erhaltenswert hält.
Der Westen hält die Menschheit in Gestalt der Vielfalt von Völkern, Nationen, Stämmen, politischen Gemeinschaften für natürlich, vernünftig, gottgegeben.
 
5. Von der PHILOSOPHIE des Juden zu unterscheiden sind die ERZÄHLUNGEN des Juden. Die Philosophie - der Tanz ums Goldene Kalb - ist der wahre Glaubenskatechismus, die Erzählungen liefern den intellektuellen Flankenschutz für die jüdischen Umtriebe im Leben des Westens.
Die Erzählungen sind insgesamt gegen den Glauben und die Kultur des Westens gerichtet. Sie zielen auf Verwirrung, Ablenkung, Zersetzung, Täuschung, Umdeutung, Tatsachenverfälschung, auf das Säen von Zweifeln und Zwietracht, auf die Korrumpierung der Moral und den Glauben des Westens.
Es geht darum, die westlich-bürgerlichen Werte zu denunzieren, zu unterminieren, auf den Kopf zu stellen.
Es geht darum, den Westen zu verjuden. Es geht darum, den Westen zum großen allumfassenden Tanz ums Goldene Kalb zu verführen.
Es geht um das Paradigma, daß der Tanz ums Goldene Kalb die Mißachtung der bürgerlichen Moral heiligt bzw. legitimiert.
Es geht um die Etablierung des Gegenentwurfs zur christlich-abendländischen Moral.
Es geht darum, die christlich-abendländische Moral schlechtzumachen und die jüdische Moral in ein gutes, modernes, legitimes, fortschrittliches Licht zu stellen.
Methodisch geht es um Subtilität, Unauffälligkeit, Unterschwelligkeit.
Es geht um die innere Geschlossenheit aller Juden in Treue zu ihrem wahren Glaubenskatechismus. Jeder Jude an seinem Platz versteht sich als Diener - um nicht zu sagen: Prophet - der jüdischen Philosophie, als Agent des Tanzes um das Goldene Kalb.
Es geht um die Durchdringung sämtlicher Milieus im Sinne der jüdischen Philosophie: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Publizistik, Kunst, Kultur, Religion, Erziehung, Unterhaltung.
 
6. Die Philosophie des Juden erklärt alles: sein geschichtliches Schicksal, seine Zerstreung in alle Winde, seine Religion, seine Haltung zur Welt und gegenüber den anderen Menschen, die Sicht der anderen Mensch auf den Juden.
Niemand mag den Tanz ums Goldene Kalb, außer dem Juden. Der Tanz ums Goldene Kalb ist der Stoff, aus dem die Opfergeschichte des Juden bzw. der Antisemitismus gemacht ist..
Der Jude erzählt die zwischenmenschlichen Beziehungen als ein Geflecht von wechselseitigen individuellen Geschäftsbeziehungen oder, allgemeiner gesagt, als ein Netzwerk von gegenseitigen Verträgen. Dieses Beziehungsnetzwerk bzw. -geflecht duldet nichts anderes als Rationalität, die Rationalität des ökonomischen Kalküls.
Das Geflecht der zwischenmenschlichen Beziehungen muß frei sein von Irrationalität, und irrational sind alle Verbundenheitsgefühle, die auf Gleichheit von Rasse, Kultur, Herkunft, Tradition, Zugehörigkeit zur politischen Gemeinschaft beruhen..
Das so verfaßte zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht macht für den Juden die GESELLSCHAFT aus.
Die Gesellschaft ist der Zusammenhalt der Menschen durch den Kitt ihrer wirtschaftlichen Interessen.
Dieses Vernunftkonstrukt von Gesellschaft - das ist für den Juden eine "wertebasierte Ordnung".
Dieses Gesellschaftsbild transzendiert alle völkischen, ethnischen, nationalen, kulturellen Besonderheitheiten bzw. Identitäten.
Die jüdische Variante der "wertebasierten Weltordnung" ist die jüdische Variante der "Gesellschaft" im Großen.
Im Vollendungszustand dieser "wertebasierten Weltordnung" sind alle völkischen, ethnischen, nationalen, kulturellen Besonderheitheiten bzw. Identitäten getilgt, so wie im Vollendungszustand des Kommunismus, dem "Reich der Freiheit", die Diktatur des Proletariats verschwunden und das Menschheitsparadies erreicht ist.
Das jüdisch-ökonomistische Konstrukt der wertebasierten Ordnung bzw. Gesellschaft ist nicht nur völlig unrealistisch und lebensfremd sondern auch eine Horrorvorstellung.
Die "wertebasierte Weltordnung" bzw. die "Weltgesellschaft" im jüdischen bzw. jusomitischen Sinne ist das Programm der Revolte gegen die Natur, das Programm der Zerstörung der Natur durch Bevölkerungswachtum, wirtschaftliches Wachstum, technisch-ökonomischen Fortschritt, Globalisierung.
Der Jude gibt sich zwar alle Mühe, den Menschen auf eine frei schwebende Ratio zu reduzieren, aber der Mensch ist und bleibt Teil der Natur.
Insofern ist die "wertebasierte Weltordnung" bzw. die "Weltgesellschaft" im jüdischen bzw. jusomitischen Sinne auch eine Revolte gegen den Menschen wie er ist.
 
7. Von der Antike bis zur sogenannten Moderne war es eine Selbstverständlichkeit, unter der "Menschheit" eine Formation von Ländern, Völkern, Nationen, Stämmen zu verstehen.
Niemandem wäre es in den Sinn gekommen, diese Selbstverständlichkeit ausdrücklich zu betonen.
Wenn die "Menschheit" als politische Kategorie überhaupt eine Rolle spielte, dann war sie nichts anderes als die Gesamtheit aller Menschen, wie sie in Ländern, Völkern, Nationen, Stämmen gegliedert war bzw. (noch) ist.
Erst mit der Moderne bzw. mit der zunehmenden Verjudung des Westens bzw. mit dem Einfließen und Vordringen des Tanzes um das Goldene Kalb wandelte sich der Begriff der Menschheit.
Jetzt sollte die Menschheit nicht mehr als eine Diversität von Ländern, Völkern, Nationen, Stämmen gesehen werden, sondern als "Einheit".
Der profane Sinn dieses Bedeutungswandels war natürlich, die Souveränität der Länder, Völker, Nationen, Stämme durch den globalen, unbegrenzten, unbehinderten, schrankenlosen Tanz um das Goldene Kalb zu ersetzen.
Der Menschheitsbegriff war nicht länger das, was er seit biblischen Zeiten bis zum Zeitalter des Nationalismus war, sondern er wurde zu der jüdischen Erzählung, die das heute herrschende Globalismus-Paradigma unterfüttert.
Der Psalm 37 sagt: "Hoffe auf den HERRN und tue Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich." Das ist eine Ermahnung zu anti-globalistischem Denken und Handeln, eine Absage an das Konzept des Kosmopolitismus.
In Matthäus 28,19 heißt es: "Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."
Dieses Jesus-Wort läßt keinen Zweifel daran, daß das Christentum nicht nur mit dem kommunitaristischen Menschheitsverständnis - kommunitaristisch im Sinne eines Nebeneinanders von Völkergemeinschaften - vereinbar ist, sondern es fraglos voraussetzt.
Demgegenüber konstruiert der Jude aus der Tatsache, daß alle Menschen existenzielle Grundbedürfnisse wie Leben, Gesundheit, Privatsphäre, Gleichbehandlung durch die Regierung haben, die Erzählung, daß die "Menschheit" durch den Tanz um das Goldene Kalb "geeint" ist.
In dieser Konstruktion sind die Menschen nicht nur durch ihre existenziellen Grundbedürfnisse geeint, sondern durch "standards independent of governments and national interests" (Kolnai, S. 278). Und diese "standards" - gemeint sind Humanismus, Humanität, Zivilisation, Rationalismus, Vernunft, Liberalismus, Freiheit, Demokratie, Recht, Menschenrechte, Christentum, Frieden, Fortschritt etc. - haben den Sinn und die Bedeutung, den globalen Tanz um das Goldene Kalb zu garantieren.
Der innere Schwindel dieser Konstruktion besteht darin, daß die Standards von Humanismus, Humanität, Zivilisation, Rationalismus, Vernunft, Liberalismus, Freiheit, Demokratie, Recht, Menschenrechte, Christentum, Frieden, Fortschritt etc. faktisch NICHT in der "Menschheit", sondern NUR in und zwischen Gemeinschaften verwirklicht werden können, die als Länder, Völker, Nationen, Stämme geeint sind.
 
8. Der Jude ist ein so guter "Erzähler", aber auch ein so guter Ausbeuter seiner Opfergeschichte, daß er es geschafft hat, dem Westen anstelle des christlich-abendländischen Welt- und Menschenbildes weitgehend das jüdische unterzujubeln.
Nichts symbolisiert den Unterschied zwischen christlicher und jüdischer Kultur so sehr wie die biblische Geschichte von der Tempelreinigung (Matthäus 21/Markus 11/Lukas 19/Johannes 2), aber diese Geschichte ist heute im Westen praktisch tabu. Sie wird im Westen nicht mehr begriffen als das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Juden.
Das christliche Wirtschaften unterscheidet sich prinzipiell vom jüdischen, aber die Grenze ist fließend und unsichtbar, was sich der Jude zunutze macht.
Dieser Umstand und sein hochentwickeltes Talent zur intellektuellen Manipulation machen den Juden zum Sinnbild für das gefährlichste und verhängnisvollste Gegen-Weltbild bzw. Gegen-Menschenbild zum Welt- und Menschenbild des Westens.
Es ist das Bestreben des Juden, sein Denken als das eigentlich westliche, ja sogar als das eigentlich christliche zu verkaufen, aber tatsächlich hegt er eine prinzipielle Feindseligkeit gegenüber dem Westen.
Hinter der maximalen Anverwandlung des Juden an den Westen steckt maximale Distanz gegenüber dem Westen.
 
9. Aurel Kolnais Buch "The War Against the West" (The Viking Press, New York, 1938) ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Umarmung - um nicht zu sagen: Vereinnahmung - des Westens durch den Juden.
Als Kampfschrift gegen die Philosophie des Nationalsozialismus hat es zwar seine Meriten, aber es ist keine zutreffende bzw. sachgerechte Darstellung des westlich- bzw. christlich-abendländischen Weltbildes.
Deshalb ist Titel des Buches irreführend.
Tatsächlich wird der Nationalsozialismus nicht mit dem westlichen sondern mit dem jüdischen Weltbild kontrastiert.
Das wird z.B. da deutlich, wo Kolnai von "Koinzidenz" zwischen "business interests" und "human interests" spricht (S. 408),
oder davon, daß "the autonomous categories of economy may, to a degree, represent precisely «man and his thinking» in an average, a universal, a logical sense" (S. 366),
oder vom "principle of profit, economy centred about a unitary value expressible in terms of money" (S. 371),
oder von der "Western «economic society»" (S. 559),
oder von "the spirit of ... town-bred man, who at his very best believes in economy, and for whom economy means destiny" (S. 579).
Das wird auch am durchgängigen Gebrauch des Begriffs "Menschheit" in der jüdischen Bedeutung deutlich - "Menschheit" als eine globale Einheit von kosmopolitischen Weltbürgern, denen das Bewußtsein für die Zugehörigkeit zu einem Land, einem Volk, einer Nation, einem Stamm abgeht bzw. die mit dem Gedanken an eine solche Zugehörigkeit fremdeln.
 
10. Der Jude hat ein Problem. Er posiert als Apostel der Rationalität als dem einheitsstiftenden Prinzip der "Menschheit" und ist selbst der Gegenbeweis für seine Lehre.
Kolnai sieht sich bemüßigt, es am Ende sogar zuzugeben: "As we see it, the Jewish community was the amazing self-contradictory example of an anti-tribal Tribe, the ... nucleus of a future humanitarian universalism ... " (S. 249).
Der Jude ist demnach "das erstaunliche in sich widersprüchliche Beispiel eines gegen das Stammesdenken gerichteten Stammes", das den "Kern des zukünftigen humanitären Universalismus" darstellt.
Doch Widersprüchlichkeit ist für den gesunden Menschenverstand nicht "erstaunlich", sondern unvernünftig.
Für den gesunden Menschverstand ist der Jude mit seiner Selbstwidersprüchlichkeit kein Beispiel für Rationalität, sondern für eine Verhöhnung der Rationalität.
Wie geht Kolnai um mit dem Problem? Einigermaßen kunstvoll, und wenn der Leser nicht aufpaßt, hat er Kolnais Lösung unversehens geschluckt.
Zum einen erklärt er die Selbstwidersprüchlichkeit zu einem Mysterium. Die innere Uneinigkeit und Spannung des anti-tribalistischen Stammes ("inner discord and tension of the anti-tribal Tribe") ist "mystical" (S. 249).
Die Selbstwidersprüchlichkeit damit zu erledigen, daß sie zu einem Geheimnis erklärt wird, ist eine ziemlich dünne Problembewältigung.
Zum anderen verschönt er das Judentum durch die Behauptung, daß das Christentum die tatsächliche menschheitliche Vollendung des Judentums sei.
Das ganze obige Zitat geht nämlich so: "As we see it, the Jewish community was the amazing self-contradictory example of an anti-tribal Tribe, the inhumanly narrow nucleus of a future humanitarian universalism; whereas Christianity came actually to create mankind as a unity in the love of God, governed by His justice and reason."
Der Gegensatz zwischen Judentum und Christentum wird zu einem Fortschrittskontinuum verfälscht, an dessen Ende Versöhnung und Übereinstimmung im Glauben steht.
Das Kondensat dieser "Argumentation" ist der Anspruch, den die Nicht-Juden seit Menschengedenken nicht akzeptieren und der das Schicksal des Juden seit Menschgedenken bestimmt: daß der Jude das auserwählte Volk sei.
Dem nicht-jüdischen "common man" reicht für seine Antipathie gegen den Juden der Tanz um das Goldene Kalb als solcher. Er entspricht nicht dem Geschmack des christlich-abendländischen Menschen.
Dem mehr philosophisch gestrickten Menschen mißfällt der Tanz um das Goldene Kalb ebenso wie dem "common man", aber besonders deshalb, weil der Jude sein wahres Motiv auch noch in eine grandiose Lehre von Einheit der Menschheit, Rationalität, Weltoffenheit, Weltbürgertum, Gerechtigkeit Gottes usw. kleidet.
Damit macht der Jude sich keine Freunde.
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Samstag, der 25. September 2021
 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Eckart Lohse und Markus Wehner mit der Überschrift "CSU in Sorge / Kann das mit Laschet gut gehen?" (Freitag, 30. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Werte für die Union fallen, die Nervosität wächst. In CDU und CSU hält mancher Armin Laschet für zu passiv. Und Markus Söder feuert wieder ...
Dieser Tage drängt sich bei einigen in der CSU ein Szenario auf nach dem Motto „Was hätte Söder gemacht?“ Die Fiktion geht etwa so: Markus Söder fackelt nicht lange ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Thomas Holl mit der Überschrift "Plagiatsvorwurf gegen Laschet / Kanzlerkandidat in Not" (Freitag, 30. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Es ist kein Lauf, den Armin Laschet gerade hat. Erst hielten Kameras auf einen fröhlich glucksenden Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten, während vor ihm der Bundespräsident mit ernsten Worten der Flutopfer gedachte. Die nach der Hochwasserkatastrophe wieder gesunkenen Umfragewerte für die Union dürften zum Teil auch Laschets „Lach-Gate“ geschuldet sein, das ihn wenige Wochen vor der Bundestagswahl nicht als Krisenmanager für nationale Notlagen zeigte.
Nun hat Laschet wie zuvor seine Grünen-Konkurrentin auch noch ein veritables Sachbuch-Problem, weil er ebenfalls beim Abschreiben erwischt worden ist.
... Und da wäre noch Laschets Nemesis Markus Söder. Seit Tagen demontiert der CSU-Chef wieder mit Sticheleien und der treuherzigen Warnung vor einem „Schlafwagen-Wahlkampf“ den „sehr guten Kanzlerkandidaten“. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine politischen Gegner.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Johannes Boie mit der Überschrift "BUNDESTAGSWAHL / Jetzt ist klar, wen die Deutschen als Kanzler wollen. Die Antwort deprimiert" (Samstag, 31. Juli 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Das Ergebnis der Bundestagswahl erahnen zu wollen, war bislang knifflig. Aber in der vergangenen Woche hat sich in Umfragen endlich herauskristallisiert, wen die Deutschen als Kanzler sehen möchten. Sein Name ist „Keiner der Kandidaten“, und er oder sie bekommt fast die Hälfte aller Stimmen.
Das ist ein Armutszeugnis für die Kandidatin Annalena Baerbock (Grüne) und die Kandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Vor allem aber für die Parteien ...
... So torkelt Deutschland einigermaßen desinteressiert nach 16 Jahren Merkel in eine ungewisse Zukunft. Mehr Debatte, mehr Inhalte, mehr Führungsstärke wäre gut für Wahlkampf und Land. „Keiner der Kandidaten“ ist die verständlichste Wahl – und die deprimierendste.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Wibke Becker mit der Überschrift "Selbstbild der Nation / Traumland Deutschland" (Montag, 02. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Einige Monate vor Corona, im September 2019, hielt Hubertus Heil eine Rede vor den Gewerkschaftern von Verdi. Am Rande erzählte der Arbeitsminister eine Anekdote: Vor Kurzem habe er den OECD-Generalsekretär bei sich gehabt, „einen feurigen Mexikaner“. Der habe einen Bericht über die Zukunft der Arbeit in Deutschland vorgestellt. Einige Journalisten fragten ihn, wo genau Deutschland Probleme habe. Der Mexikaner sprach darüber. Bis es ihm wohl zu bunt wurde mit dem ganzen Gerede über die Problemchen, „er irgendwann einen Rappel bekommen“ und gesagt habe: „Everybody wants to be Germany.“ Jeder will Deutschland sein.
Der Mexikaner ist nicht der Einzige, der so denkt. Im April dieses Jahres erschien auf Deutsch ein Buch mit dem Titel: „Warum Deutschland es besser macht“. Der britische Autor John Kampfner beschreibt die Bundesrepublik darin als „das Bollwerk der Vernunft und der Stabilität“ dieser Welt. In Deutschland würden politische Diskussionen „auf reiferem Niveau als anderswo“ geführt, und man könne die Deutschen für die Art und Weise, wie sie Schwierigkeiten bestehen, „nur beneiden“.  Ende Längeres Zitat 
► Aus "de.wikipedia.org/wiki/John_Kampfner":
 Anfang Längeres Zitat  John Kampfner (* 27. Dezember 1962 in Singapur) ist ein britischer Journalist, Auslandskorrespondent und Schriftsteller.
Leben
John Kampfner wurde in Singapur als Sohn eines jüdischen Flüchtlings aus Bratislava und einer englischen Protestantin aus Chatham, Kent, geboren ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Reinhard Bingener mit der Überschrift "Debattenkultur in Deutschland / Dieser Wahlkampf macht dumm" (Montag, 02. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Ende April, Anfang Mai gab es einige Wochen, in denen man sich auf die Bundestagswahl freuen konnte. CDU und Grüne hatten gerade ihre K-Frage geklärt. Und die drei Kanzlerkandidaten Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz hatten bis zum Wahltag noch fünf Monate Zeit, ihren Plan für das Land vorzustellen. Es war der Moment, an dem es so etwas wie Aufbruchstimmung gab: Nach 16 Jahren Angela Merkel erhält ein neuer Kanzler oder eine neue Kanzlerin die Chance, die großen Themen anzupacken: Klimawandel, Digitalisierung und die Trägheit des Staatswesens, die im Verlauf der Pandemie deutlich zutage getreten ist. Laschet hat diesen Wunsch nach Veränderung sogleich aufgegriffen und versprach ein „Modernisierungsjahrzehnt“.
Drei Monate sind seither vergangen. Jetzt sind es also nur noch knapp zwei bis zur Wahl. Abzüglich der Ferien schrumpft die verbleibende Zeit sogar noch. Die Chance, eine Debatte über Deutschlands Weg in die Zukunft auszutragen, ist damit vermutlich verpasst. Stattdessen fühlt sich der Wahlkampf 2021 an, als hätte man sich im Fernsehprogramm geirrt: Die erhoffte Sendung läuft leider nicht, also zappt man planlos von Kanal zu Kanal. Man schaut Leuten dabei zu, wie sie sich in ihrer engen Küche beschimpfen.
... Ergebnis ist ein Bundestagswahlkampf, der das Land dümmer macht. Die Diskussion verheddert sich in Nebensächlichkeiten, und immer mehr Zeit wird mit identitätspolitischen Fragen verplempert. Welche Merkmale muss eine Person aufweisen, um sich zu einer bestimmten Frage äußern zu können? Für die Themen selbst fehlt dann oft die Aufmerksamkeit.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "GRÜNEN-KANZLERKANDIDATIN / Baerbock will Einwanderungsministerium für «Vielfalts- und Teilhabepolitik» schaffen" (Dienstag, 03. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will nach der Bundestagswahl ein Einwanderungsministerium schaffen. Es sei an der Zeit, nicht nur über Einwanderung zu reden, sondern vor allem darüber, wie man Gleichstellung und Teilhabe in der Gesellschaft wirklich schaffen könne, sagte Baerbock in einem Interview mit der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD). „Dafür muss Einwanderungspolitik nicht zuletzt aus dem Innenministerium herausgelöst werden und eben die Vielfaltspolitik, die Teilhabepolitik in den Mittelpunkt eines gebündelten Ministeriums gestellt werden.“
Diversität sei schon lange Realität in Deutschland, so Baerbock. Trotzdem fehle es der Einwanderungsgesellschaft sowohl an einem Selbstverständnis als auch an einem öffentlichen Diskurs ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BAYERN / «Querdenker» erfolgreich – Volksbegehren zur Landtags-Abberufung kommt" (Mittwoch, 04. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Im Oktober können die Wahlberechtigten in Bayern in einem von einem „Querdenker“-Bündnis initiierten Volksbegehren dafür unterschreiben, dass der Landtag abberufen wird. Ein entsprechender Antrag sei zugelassen worden, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit. Sollten vom 14. bis 27. Oktober mehr als eine Million Wahlberechtigte unterschreiben, nähme das Volksbegehren die Schwelle in den Landtag. Zuvor hatten Bayerischer Rundfunk (BR) und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.
Antragsteller ist das „Bündnis – Landtag – Abberufen“, das unter anderem aus mehreren „Querdenker-Bürgerbewegungen“ besteht. Ihrem Antrag auf ein Volksbegehren stimmte das Innenministerium am 27. Juli zu, nachdem klar war, dass die Voraussetzung von mindestens 25 000 Unterschriften erfüllt war. In allen bayerischen Gemeinden werden in den zwei Wochen im Oktober Listen für Unterschriften ausliegen. Laut Innenministerium ist es das erste Volksbegehren dieser Art in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg.
Auf der Internetseite der Antragsteller heißt es, in Deutschland werde über Ermächtigungen und Verordnungen durchregiert. Der Landtag sei aktuell überflüssig, habe momentan keine Gesetzgebungskompetenz mehr. Auch die Staatsregierung brauche aktuell niemand.
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem BR: „Was mich etwas besorgt macht, ist dass die Betreiber dieses Volksbegehrens ganz eindeutig aus der Querdenkerszene kommen und unser ganzes demokratisches System – praktisch alle Parteien, die im Landtag vertreten sind – als völlig untauglich bezeichnen.“
... Fände sich die eine Million Unterstützer, ginge das Volksbegehren in den Landtag. Der könnte in dem Fall zustimmen – und sich damit selbst auflösen. Oder es käme zu einem Volksentscheid. Hier wäre eine einfache Mehrheit der Wahlberechtigten nötig, um den Landtag abzuberufen. Dann gäbe es Neuwahlen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "«FAKE NEWS» / AfD-Unterstützer starten Kampagne gegen Grüne mit Tausenden Plakaten" (Mittwoch, 11. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Eine Kampagne aus dem Umkreis der AfD will Tausende Plakate in ganz Deutschland aufhängen, um vor den Grünen zu warnen. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagt: „Kein noch so schmutziger Wahlkampf wird uns aufhalten.“
Gegen die Grünen ist eine massive Plakatkampagne angelaufen. In über 50 Großstädten sollen nach Angaben der „Conservare Communication GmbH“ Plakate unter dem Motto „Grüner Mist“ aufgehängt werden. Darauf finden sich Slogans wie „Totalitär. Sozialistisch. Heimatfeindlich.“ Oder auch: „Wohlstandsvernichtung. Klimasozialismus. Ökodiktatur.“
Auf der Internetseite der Kampagne wird David Bendels als Vertreter gelistet, ein ehemaliges CSU-Mitglied. Er ist mittlerweile der Vorsitzende des „Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“. Dessen Zweck ist es, für die AfD zu werben, wie die Organisation „Lobbycontrol“ 2017 feststellte.
Mit der jetzigen Kampagne hat der „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“ laut Bendels nichts zu tun. Sie stehe auch „in keinerlei Zusammenhang mit der AfD“. Ein AfD-Sprecher sagte der dpa auf Anfrage, es gebe „keinerlei Verbindung zwischen der AfD und der in Rede stehenden Anti-Grünen-Kampagne“. Die Partei trete für Positionen ein, die jenen der Grünen diametral entgegenstünden. „Deshalb warnen wir auch vor einer Wahl der Grünen in die nächste Bundesregierung. Eine Negativ-Kampagne Dritter benötigen wir nicht dazu.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "Live Bundestagswahl 2021 / «Attacke gegen Mitte der Gesellschaft» – Dobrindt attackiert Grüne" (Donnerstag, 12. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  In Umfragen fällt die Union dramatisch zurück. Der Vorsprung zu den Grünen verkleinert sich. Jetzt bläst die CSU zum Angriff gegen die Partei und kritisiert deren Klimaschutzpolitik scharf ...
Der Landesgruppenchef der CSU im Bundestag, Alexander Dobrindt, hat die Klimapolitik der Grünen scharf kritisiert. „Der Grüne Sprachcode muss enttarnt werden. Wenn die Grünen fordern, sogenannte umweltschädliche Subventionen abzubauen, heißt das im Klartext: Autofahren und Fliegen verteuern, Pendlerpauschale angreifen, Landwirtschaft massiv belasten“, sagte er ...
... Für Dobrindt stellt dies einer Diffamierung eines großen Teils der Gesellschaft dar: „Das ist eine Attacke gegen die Mitte der Gesellschaft – und damit gegen diejenigen, die wir motivieren wollen, damit Klimaschutz in der Breite gelingt. Wir wollen zum Klimaschutz motivieren, die Grünen wollen die Mitte der Gesellschaft als Klimasünder identifizieren.“  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Béatrice Delvaux mit der Überschrift "JEAN-CLAUDE JUNCKER / «Merkel hat in der Flüchtlingskrise als Staatsfrau und demokratische Christin gehandelt»" (Donnerstag, 12. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Kein Spitzenpolitiker erlebte Angela Merkel so lange im Amt wie Jean-Claude Juncker. Der heute 66-Jährige steuerte Europa mit ihr durch drei epochale Krisen. Im Interview lobt er die Kanzlerin – warnt aber zugleich davor, Merkel zu überschätzen.
... Er war von 1995 bis 2013 Premierminister von Luxemburg, von 2013 bis 2019 dann Präsident der EU-Kommission.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von DANIEL DECKERS mit der Überschrift "REFORM DES WAHLRECHTS / Ein schwarzer Tag für die Demokratie" (Freitag, 13. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Wenige Wochen vor der Bundestagswahl hat sich das Bundesverfassungsgericht einer lästigen Pflicht entledigt. Wie nicht anders zu erwarten, hat es den Eilantrag der drei Oppositionsfraktionen des Deutschen Bundestages Bündnis 90/Die Grünen, Linkspartei und FDP auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen einige Neuregelungen des Bundeswahlgesetzes abgelehnt.
Somit werden die Stimmen am 26. September nach einem Verfahren ausgezählt, das den Komplexitätsgrad des ohnehin nur noch von Mathematikern zu durchdringenden Wahlrechts nochmals erhöht ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "tagesspiegel.de"-Artikel von Albert Funk mit der Überschrift "Aufgeblähter Bundestag / Karlsruhe lehnt Oppositions-Eilantrag gegen Wahlrechtsreform ab" (Freitag, 13. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Union und SPD hatten vor einem Jahr im Hauruckverfahren die Reform beschlossen, als sich abzeichnete, dass der kommende Bundestag wieder so groß oder noch größer werden könnte als der aktuelle. Die „Normalgröße“ – ohne Überhänge und Ausgleichssitze – liegt bei 598 Abgeordneten. Derzeit hat das Parlament 709 Mitglieder. Nach aktuellen Prognosen können es nach der Wahl mehr als 800 sein.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Bericht mit der Überschrift "Bundestagswahl / Söder warnt Union vor Machtverlust" (Montag, 16. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Sechs Wochen vor der Bundestagswahl hat der CSU-Vorsitzende Markus Söder die Union vor einem Machtverlust gewarnt. „Es besteht jetzt die ganz große Gefahr, dass es eine Mehrheit jenseits der Union geben kann. Das muss jedem klar sein. Die Führung einer Bundesregierung durch die Union, was die Mehrheit will, die ist gefährdet“, sagte Söder am Sonntagabend in der Bild-Sendung „Die richtigen Fragen“.
„Man kann nicht sagen, dass alles perfekt läuft. Wir müssen jetzt schon die Ärmel hochkrempeln“, fügte der bayerische Ministerpräsident mit Blick auf aktuelle Umfragen an. Der jüngsten Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Insa für die Bild am Sonntag nach hätte eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP derzeit eine Mehrheit. Grund ist, dass die SPD zwei Prozentpunkte auf 20 Prozent zulegte. Die Union aus CDU und CSU käme laut Umfrage derzeit auf 25 Prozent. Auch in anderen Umfragen hatte die Union zuletzt verloren, während die SPD hinzu gewann.
... Die Grünen seien in der derzeitigen politischen Situation beim Kampf um das Kanzleramt nicht mehr der entscheidende Gegner ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "rnd.de"-Bericht mit der Überschrift "Bundestagswahl 2021 Umfragen SPD / ARD-Deutschlandtrend: SPD nähert sich Union – Grüne verlieren" (Donnerstag, 19. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die SPD holt laut einer Umfrage des Instituts Infratest dimap in der Wählergunst weiter auf. Nach dem „Deutschlandtrend“ im ARD-„Morgenmagazin“ gaben 30 Prozent der Befragten an, sich eine Bundesregierung unter Führung der Sozialdemokraten zu wünschen. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als Anfang August.
Ebenfalls 30 Prozent befürworten eine konservative Regierung unter Führung von CDU/CSU (minus fünf). Nur noch 15 Prozent ziehen ein von den Grünen geführtes Kabinett vor (minus eins). 25 Prozent äußern nach wie vor keine Präferenz.
Könnte man den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich mittlerweile 41 Prozent der Deutschen für SPD-Kandidat Olaf Scholz entscheiden - das sind sechs Prozentpunkte mehr als Anfang August. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) wünschen sich 16 (minus vier) Prozent der Befragten. Und zwölf Prozent (minus vier) hätten gern Annalena Baerbock (Grüne) im Kanzleramt. 31 Prozent der Befragten (plus zwei) wollen sich auf keinen der drei festlegen.
Bei der Frage „Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre...“ (Sonntagsfrage), erreicht die Union 23 Prozent der Wählerstimmen (minus vier). Die SPD würde mit 21 Prozent ihr bestes Ergebnis seit Januar 2018 einfahren (plus drei). Die Grünen verlieren zwei Prozent und kommen noch auf 17 Prozent. FDP, AfD und Linke gewinnen jeweils einen Prozentpunkt und kommen aktuell auf 13, 11 und 7 Prozent.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "n-tv.de"-Bericht mit der Überschrift "Staat wird positiver gesehen / Deutlich weniger Deutsche fühlen sich frei" (Freitag, 20. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Nur noch 36 Prozent der Deutschen fühlen sich einer Umfrage zufolge frei. Das ergab der "Freiheitsindex 2021", dessen Ergebnisse RTL/ntv exklusiv vorliegen. Vier Jahre zuvor waren es 51 Prozent. Der aktuelle Wert ist der niedrigste seit 2005, als die Deutschen der Untersuchung zufolge schon einmal Einschränkungen zum Beispiel in der Reisefreiheit durch die Folgen von Terrorangriffen zu spüren bekamen.
Die Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) untersucht neben dem subjektiven Freiheitsgefühl auch die Einstellung gegenüber dem Staat, die empfundene Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung sowie die gefühlte Pflicht zum gesellschaftlichen Engagement. Es geht also nicht um objektive, sondern um empfundene Freiheit. Die Daten der Befragten sind aus dem Juni 2021.
Roland Schatz, Studienleiter des Allensbach-Instituts, sieht die Gründe für den Einbruch in der Corona-Pandemie: "Der Hauptgrund ist natürlich das Erleben seit 16 Monaten, wie die Bundesregierung [...] in den Alltag von Privatpersonen eingreift", sagte er.
Auch bei den Antworten auf die Frage "Haben Sie das Gefühl, dass man heute in Deutschland seine politische Meinung frei sagen kann, oder ist es besser, vorsichtig zu sein?" ermittelt die Studie einen Abwärtstrend. Man könne frei reden, sagen 45 Prozent der Befragten. Das ist der bisher niedrigste Wert seit der ersten Durchführung der Studie vor 31 Jahren. 2017 waren es 63 Prozent. Dieser Wert sinkt bereits seit drei Jahrzehnten stetig. 44 Prozent sagen, es sei besser, vorsichtig zu sein. 2017 lag dieser Wert bei 25 Prozent.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "BUNDESTAGSWAHL 2021 / ARD-Moderatorin entschuldigt sich für Frage an Baerbock" (Dienstag, 24. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  19:42
Söder lobt Merkels politischen Kompass auch in der Flüchtlingskrise
CSU-Chef Markus Söder hat erneut die politische Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelobt. „Angela Merkel hatte den richtigen Kompass“, sagte er am Dienstagabend beim offiziellen Wahlkampfauftakt der CSU in Unterschleißheim bei München. Merkel sei es in ihrer 16-jährigen Amtszeit immer wieder gelungen, richtig auf Krisen zu reagieren, die Deutschland aus dem Ausland erreicht hätten.
Als Beispiele nannte Söder die Corona-Krise, die Finanzkrise und auch ausdrücklich die Flüchtlingskrise. Die CSU hatte 2015 unter ihrem damaligen Parteichef Horst Seehofer Merkels Asylpolitik massiv kritisiert und später zwischenzeitlich sogar den Bruch der Unionsgemeinschaft riskiert. Auch Söder hatte damals Merkels Politik heftig kritisiert, dies aber zwischenzeitlich als Fehler eingeräumt.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Ulf Poschardt mit der Überschrift "WAHLKAMPF / Wegen Merkel ist die CDU unwählbar" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Angela Merkel hat nicht nur die CDU an den Rand des Abgrunds geschoben und Teile davon kühl versenkt, sie spürt offenbar nicht einmal mehr den Verlust dieser geschredderten Partei.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Kevin Culina mit der Überschrift "BUNDESTAGSWAHL / Grüne bei queeren Menschen mit absoluter Mehrheit, Union unter fünf Prozent" (Dienstag, 31. August 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die Grünen könnten die nächste Bundesregierung alleine stellen, wenn nur die LGBTIQ*-Community bei der Bundestagswahl im September ihre Stimme abgeben dürfte: Zu diesem Ergebnis kommt eine parteiunabhängige Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen im Auftrag des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD), die am Dienstag vorgestellt wurde. LGBTIQ* steht für „lesbian, gay, bi, trans, intersexual, queer“ und soll eine Vielzahl sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten einbinden.
Mit 52,6 Prozent der Stimmen hätten die Grünen der Wahlumfrage zufolge eine deutliche Mehrheit. Weit dahinter auf dem zweiten Rang kommt die Linke auf 17,4 Prozent der Stimmen. Auf die SPD, die laut aktuellen Wahlumfragen das stärkste Ergebnis aller Parteien einfahren könnte, würden nur 9,1 Prozent der Stimmen fallen. 7,1 Prozent der Befragten geben an, die FDP wählen zu wollen. Die Union käme nur auf 3,2 Prozent der Stimmen, die AfD auf 2,6 Prozent.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Kristian Frigelj mit der Überschrift "DEUTSCHLANDTREND / SPD zieht davon, Union versinkt in historischem Tief, Grüne abgeschlagen" (Donnerstag, 02. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die SPD zieht in ihrem Höhenflug weiter davon, während die Union in einem historischen Tief versinkt: Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September verfestigt sich die demoskopische Entwicklung der vergangenen Wochen. Das geht aus dem Deutschlandtrend von Infratest Dimap im Auftrag von ARD-„Tagesthemen“ und WELT hervor.
Demnach wächst der Vorsprung der Sozialdemokraten und ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Erstmals seit Februar 2017 liegt die SPD wieder vorn in der Sonntagsfrage. Sie verzeichnet ein Plus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat und erreicht nun 25 Prozent. Die CDU/CSU kommt nur noch auf 20 Prozent (minus sieben Punkte) – ihr schlechtester jemals gemessener Wert in der Erhebung. Die Grünen geben drei Punkte ab und liegen nun bei 16 Prozent.
Die FDP legt einen Prozentpunkt auf 13 Prozent zu; dahinter folgt die AfD mit zwölf Prozent (plus zwei Punkte). Die Linke bleibt bei sechs Prozent.
Auch bei der Frage, welche Partei die nächste Bundesregierung führen sollte, gibt es einen Umschwung: 35 Prozent (plus fünf Punkte) sprechen sich für die SPD aus, nur noch 24 Prozent (minus sechs) für die Union und 13 Prozent (minus zwei) für die Grünen.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Bericht mit der Überschrift "CDU-KANDIDAT LASCHET / Acht Köpfe für den Wahlkampf-Endspurt" (Freitag, 03. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Mit einem achtköpfigen Team um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) geht Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in die entscheidenden drei Wahlkampfwochen. Merz gehört zum sogenannten Zukunftsteam, das Laschet am Freitag in Berlin offiziell präsentiert hat.
Dazu gehören auch Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und der Terrorismusexperte Peter Neumann sowie Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien, die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch, CDU-Vize Silvia Breher, der stellvertretende Unionsfraktionschef Andreas Jung sowie der Bundestagskandidat und Musikmanager Joe Chialo (alle CDU).  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Bericht mit der Überschrift "ZDF-POLITBAROMETER / SPD erstmals seit 19 Jahren stärkste Kraft" (Freitag, 03. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD laut ZDF-Politbarometer zum dritten Mal in Folge deutlich zugelegt und liegt klar vor der Union. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, bliebe die CDU/CSU bei 22 Prozent, ihrem bisher niedrigsten Wertüberhaupt. Die SPD legt um drei Prozent zu und käme auf 25 Prozent. Damit wäre die SPD in der Projektion erstmals seit September 2002 stärkste Kraft.
Die CDU/CSU verharrt dagegen im Politbarometer bei 22 Prozent. Die Grünen verlieren drei Punkte und landen bei 17 Prozent. Die FDP verbessert sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die AfD liegt unverändert bei ebenfalls elf Prozent, die Linkspartei legt um einen Punkt auf sieben Prozent zu.
Damit gäbe es eine knappe Mehrheit für eine große Koalition. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass Union und SPD ihr Regierungsbündnis fortsetzen wollen. Reichen würde es laut dem Politbarometer auch für eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Auch ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP sowie Rot-Grün-Rot wären derzeit rechnerisch möglich.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "tagesspiegel.de"-Bericht mit der Überschrift "Umfrage zur Bundestagswahl in Bayern / CSU rutscht unter die Marke von 30 Prozent" (Dienstag, 07. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die CSU ist einer neuen Umfrage zur Bundestagswahl zufolge unter die 30-Prozent-Marke gestürzt. Laut dem jüngsten „Wählercheck“ der Sendung „17:30 Sat.1 Bayern“ sagten nur noch 29 Prozent der Befragten im Freistaat, dass sie bei der Bundestagswahl die Christsozialen wählen würden. Bei der vorangegangenen Erhebung im Juli kam die CSU hier noch auf 35 Prozent.  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Bericht mit der Überschrift "LASCHET ATTACKIERT SCHOLZ / „Man kann nicht mit Raute durch die Gegend laufen und reden wie Saskia Esken“" (Dienstag, 07. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Armin Laschet, CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat der Union hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Rede im Deutschen Bundestag angegriffen. „Man kann nicht mit Raute durch die Gegend laufen und reden wie Saskia Esken“, sagte Laschet. Dem Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor abgesprochen, im politischen Stil ihr Nachfolger zu sein.
Zu Beginn seiner Rede sprach Laschet über die Ära Merkel: „Das waren 16 gute Jahre für Deutschland.“ Er dankte der Bundeskanzlerin für ihre Arbeit. „Dazu gehört auch, dass sie in 16 Jahren 12 Jahre gut auf die Sozialdemokraten aufgepasst hat“, sagte Laschet ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "welt.de"-Artikel von Claus Christian Malzahn mit der Überschrift "Bundestagswahl 2021 / Taktisch wählen? Fast unmöglich!" (Dienstag, 07. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Die nächste Bundesregierung wird vermutlich von drei Fraktionen getragen werden müssen. Taktisches Abstimmen ist am 26. September jedoch so gut wie unmöglich. Ein präferiertes Bündnis lässt sich nicht wählen. Rechnerisch sind derzeit fünf Koalitionen möglich: Eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP, eine Kenia-Koalition aus SPD, Union und Grünen, ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP, eine rot-rot-grüne oder eine schwarz-rot-gelbe Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Das ist der undurchsichtigste Variantendschungel, vor dem Wählerinnen und Wähler je bei einer Bundestagswahl gestanden haben ...  Ende Längeres Zitat 
► Aus einem "faz.net"-Artikel von Manfred Schäfers mit der Überschrift "Ermittlungen gegen die FIU / Scholz reagiert verstimmt auf Razzia im Finanzministerium" (Donnerstag, 09. September 2021):
 Anfang Längeres Zitat  Für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) ist es gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl keine schöne Nachricht: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat am Donnerstag das Bundesfinanzministerium besucht. Dass die Ermittlungen nicht auf Scholz zielten und das Bundesjustizministerium gleichzeitig Besuch von Beamten aus Osnabrück erhielt, kann in der schnelllebigen Nachrichtenwelt leicht untergehen. Die Razzia habe um Viertel nach neun begonnen, vier Beamte der Osnabrücker Polizei und sechs Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft seien im Einsatz, berichtete der Spiegel am Mittag.
Finanzminister Scholz reagierte verstimmt. Die Staatsanwaltschaft habe Fragen an das Finanz- und auch das Justizministerium gehabt. „Die hätte man schriftlich stellen können“, sagte er in Potsdam. Das könne jeder selbst bewerten.
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